Landesweit überdurchschnittlich warmer März und April, kühler Mai und Frostschäden an der Mosel, Regendefizit im Ösling und leichter Regenüberschuss im Süden Luxemburgs.
Pünktlich zum Abschluss des meteorologischen Frühjahrs 2019 veröffentlicht der staatliche Wetterdienst der ASTA (Administration des Services Techniques de l’Agriculture- Ministère de l’Agriculture, Viticulture et du Développement rural) seine regionale Wetteranalyse vom 1. März bis 31. Mai 2019. Hervorzuheben ist, dass das Frühjahr 2019 im Durchschnitt zwar fast mit den langjährigen Werten übereinstimmte, allerdings war der März mit bis +1.7°C zu warm und der Mai mit bis −2.3°C deutlich zu kühl. In der Nacht vom 4. auf den 5. Mai fielen die Temperaturen bis zu −2.5°C entlang der Mosel, was zu erheblichen Frostschäden an den Reben führte. Das Ösling verzeichnete einen Regendefizit (bis zu −60 mm in Wincrange), während es im Süden zu viel regnete (bis zu +45 mm in Remich).
Die Wetterdaten stammen aus dem Messnetz von 32 automatischen Wetterstationen aus allen Regionen Luxemburgs. Dabei wurden die diesjährigen Werte der vier repräsentativen Stationen Asselborn (Norden), Clemency (Süd-Westen), Remich (Moseltal) und Grevenmacher (Moseltal) mit den Durchschnittswerten der Referenzperiode 1981-2010 verglichen.
Die mittleren Temperaturen waren an diesen vier Stationen fast identisch mit den langjährigen Mittelwerten. Die Tabelle 1 zeigt, dass die Temperaturen sowohl im März und im April im Schnitt höher waren als während der Referenzperiode. Nur der Mai war an allen Stationen deutlich kühler als die Referenzperiode. In Abbildung 1 sind exemplarisch die Tagesmitteltemperaturen der Station Clemency dargestellt. Nach dem sehr außergewöhnlich milden Februarende begann das Frühjahr 2019 recht wechselhaft und stürmisch. Einige Tiefdruckgebiete zogen rasch vom Atlantik nach Europa. Das Sturmtief „Eberhard“ zog am 10. März mit Böen über 90 km/h über Luxemburg. Im April dominierte lange das Skandinavien-Hoch „Katharina“: Zur Monatsmitte ließ dieses Hoch die Tagesmitteltemperatur bis unter 5°C sinken, bevor diese pünktlich zum Osterwochenende auf frühsommerliche Werte anstiegen. Die tiefen Temperaturen am 13. und 14. April führten lokal zu Schäden an den Obstbäumen. Der Mai startete mit Temperaturen tief unter den Werten der Referenzperiode. Dies führte in der Nacht vom 4. auf den 5. Mai zu erheblichen Frostschäden an den Reben.
Die Niederschlagssummen des Frühjahrs 2019 zerteilten das Land in zwei Teile. Wie aus Abbildung 3 hervorgeht, gab es im Ösling ein Niederschlagsdefizit, während im Rest des Landes insgesamt ein leichter Überschuss an Niederschlägen im Vergleich zum langjährigen Mittel festzustellen war. Abbildung 2 sowie Tabelle 2 zeigen, dass in Asselborn von März bis Mai die Regenmengen unter denen der Referenzperiode lagen. Insbesondere der Mai wies hier mit 37 mm nur etwas mehr als die Hälfte vom Wert der Referenzperiode (68 mm) auf. Im Clemency hingegen wies der März mit 110 mm einen deutlichen Überschuss im Vergleich zur Referenzperiode auf (73 mm). Auch in Remich lagen die Messungen während allen drei Monaten über den Werten der Referenzperiode, wodurch hier die höchste positive Anomalie in Luxemburg im Frühjahr 2019 gemessen wurde (+47 mm).
Alle aufgezeichneten Daten der 32 ASTA Wetterstationen können auf www.agrimeteo.lu aufgerufen werden.
Abbildung 1: Tagesmitteltemperatur des Frühjahrs 2019 in Clemency (rot) im Vergleich zur Referenzperiode1981-2010 (blau). Die Spannbreite ist definiert durch die gemittelten Minima und Maxima der Tagesmitteltemperatur (grau).
Tabelle 1: Mitteltemperaturen für die Monate März, April, Mai und das Frühjahr 2019 in Asselborn, Clemency, Grevenmacher und Remich, für die Referenzperiode 1981-2010, sowie die Anomalien.
Abbildung 2: Niederschlagssummen des Frühjahrs 2019 (rot) im Vergleich zur Refernezperiode1981-2010 (blau) in Asselborn, Grevenmacher, Clemency und Remich.
Tabelle 2: Niederschlagssummen für die Monate und das Frühjahr in Asselborn, Clemency, Grevenmacher und Remich, für die Referenzperiode 1981-2010, das Frühjahr 2019 sowie die Anomalien.
Abbildung 3: Differenz der Niederschlagssummen des Frühjahres 2019 und der Referenzperiode1981-2010. Anomalien der Niederschlagssummen (in blau) an den ASTA Stationen an welchen eine Referenzperiode für 1981-2010 ermittelt werden kann.