Zum Abschluss des meteorologischen Herbsts 2020 veröffentlicht der staatliche Wetterdienst AgriMeteo der ASTA (Administration des Services Techniques de l’Agriculture) des Ministeriums für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung seine nationale Wetteranalyse vom 1. September bis 31. November 2020.
Am 15. September wurde in Steinsel mit 35.2°C die höchste je im September aufgezeichnete Temperatur gemessen, und am 2. November wurde in Remerschen mit 21.8°C eine weitere Rekordtemperatur aufgezeichnet. Somit war der Herbst 2020 mit durchschnittlich +1.3 °C der fünftwärmste seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahre 1838. Während die Niederschläge im September durchschnittlich ausfielen, und im Oktober über den Werten der Referenzperiode lagen, war der November im ganzen Land sehr trocken. Der Herbst 2020 fiel landesweit trockener als während der Referenzperiode aus.
Die Wetterdaten stammen aus dem Messnetz von 32 automatischen Wetterstationen aus allen Regionen Luxemburgs. Dabei wurden die diesjährigen Werte der vier repräsentativen Stationen Asselborn (Norden), Clemency (Süd-Westen), Remich (Moseltal) und Grevenmacher (Moseltal) mit den Durchschnittswerten der Referenzperiode 1981-2010 verglichen.
Konsequenzen für die Landwirtschaft und den Weinbau
Durch die hohen Temperaturen und die geringen Niederschläge in den Monaten August und auch September fand die Maisernte früher als üblich statt. Die Erträge und Qualitäten der einsilierten Maisbestände variierten lokal sehr stark. Im landesweiten Schnitt beliefen sich die Ertragsverluste trockenheitsbedingt jedoch auf etwa 30%.
Auch in anderen Ackerkulturen waren die Auswirkungen der trockenen Witterung Ende des Sommers bis Anfang des Herbstes noch stark zu spüren. Aufgrund der Trockenheit befinden sich die ausgesäten Rapsbestände in einem schlechten Zustand. Ein Teil der Rapsflächen ist deshalb frühzeitig umgebrochen und mit Wintergetreide eingesät worden.
Die Herbstwitterung wirkte sich hingegen günstig auf die Entwicklung der Wintergetreidebestände aus und die Wintergetreidekulturen präsentieren sich gegen Ende des Herbstes gut.
Was das Grünland betrifft, so konnte dieses sich durch die Regenperiode im Oktober endlich erholen, und in vielen Teilen des Landes ist Ende Oktober/Anfang November noch ein letzter Schnitt abgefahren worden. Jedoch können die Ertragsverluste der vorherigen Schnitte meist nicht kompensiert werden.
Im Weinbau war die Situation durchwachsen. Die Rebe ist bekanntlich ein Kind der Sonne, so dass die warme Witterung im August und September eine optimale Ausreifung der Trauben hervorbrachte. Die extreme Trockenheit verhinderte zwar komplett die Entwicklung von qualitätsvermindernden Pilzkrankheiten wie beispielsweise der Botrytis, führte aber zu Trockenstress bei jungen Weinreben.
Alle aufgezeichneten Daten der 32 ASTA Wetterstationen auf www.agrimeteo.lu.