12. Luxemburger Weinbautag in Wormeldingen: Romain Schneider stellt Glyphosatausstieg und Anpassungsstrategien zum Klimawandel in den Fokus

Bereits zum 12. Mal organisierte der “Wënzerverband“ in Zusammenarbeit mit dem Institut viti-vinicole am Mittwoch, den 5.2.2020 den Luxemburger Weinbautag im Centre Culturel der Rieslinggemeinde Wormeldingen in Anwesenheit von Weinbauminister Romain Schneider. Am Vormittag wurden neben den politischen Reden die weinbaulichen Themen behandelt. Im Fokus lag insbesondere der Glyphosatausstieg und der Impakt des Klimawandels auf den Weinbau und die Qualität der Weine.

 

200205 Wäibaudag

Luxemburg weltweit erstes glyphosatfreies Weinbaugebiet

Weinbauminister Schneider ging in seiner Rede auf den Glyphosatausstieg ein und betonte die gute Zusammenarbeit welche er mit dem Berufsstand hatte. Insbesondere der Glyphosatausstieg erweist sich als schwierig aber machbar. Romain Schneider begrüßte die Initiative der Privatwinzer und den Mitgliedern der Genossenschaft „Domaines Vinsmoselle“, schon in diesem Jahr komplett auf freiwilliger Basis auf Glyphosat zu verzichten. Dementsprechend wäre Luxemburg das erste Weinbaugebiet weltweit, das auf diesen Pflanzenschutzwirkstoff verzichtet. Der Minister hofft zudem, dass die Kunden und Weinliebhaber diese Initiative der Winzer zu würdigen wissen. Romain Schneider ergänzte, dass die Luxemburger Winzer schon vor 10 Jahren einen solchen Kraftakt fertiggebracht hatten als sie die Insektizidanwendungen gegen den Traubenwickler komplett durch eine biologische Alternative ersetzten.

In der europäischen Union werden derzeit die Weichen gestellt für die neue gemeinsame Agrarpolitik. Der Weinbauminister informierte über den derzeitigen Stand der Gespräche auf der europäischen Ebene und betonte, dass deren Umsetzung auf nationaler Ebene im Dialog mit den Berufsvertretungen durchgeführt werde.

 

 

Wirtschaftlich, ökologisch und sozial nachhaltiger Weinbau

Im Green Deal hat die EU sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, den ganzen Kontinent bis 2050 klimaneutral zu gestalten. Dessen Umsetzung wird die Landwirtschaft und den Weinbau vor neue Herausforderungen stellen. Wichtig ist es dem Minister aber, dass die Maßnahmen nachhaltiger Natur sind, also neben den Umwelt- und Klimaaspekten sowohl die Wirtschaftlichkeit als auch die soziale Komponente berücksichtigen.

Neue Anbauverfahren und Strategien werden in den nächsten Jahren notwendig werden um einerseits den weitere Umweltauflagen gerecht zu werden und um andrerseits sich den Folgen des Klimawandels anzupassen. Romain Schneider begrüßte in diesem Zusammenhang, dass sich der Berufsstand diesen Entwicklungen gegenüber offen zeige und verwies auf die drei Forschungsprojekte im Weinbau welche vom Weinbauministerium finanziert werden. Diese Forschungsprojekte erlauben es, neue Anpassungsstrategien im Rahmen des Klimawandels zu finden und neue Verfahren des umweltschonenden Weinbaus zu testen. Abschließend unterstreicht der Minister die Wichtigkeit solcher Veranstaltungen wie dem Luxemburger Weinbautag hinsichtlich des Wissenstransfers und dem direkten Kontakt zwischen Politik, Forschung, Beratung und Praxis.

Der Vormittag wurde abgeschlossen durch eine interessante und facettenreiche Diskussionsrunde mit internationalen Fachleuten, Wissenschaftlern und nationalen Experten zum Thema Anpassungsstrategien zum Klimawandel. Dem Nachmittag widmeten die Veranstalter dem eingangs schon erwähnten Thema Digitalisierung mit dem Fokus auf Drohnen. Drohnen werden derzeit im Rahmen von zwei Forschungsprojekten zur Erkennung von Rebenkrankheiten angewendet. Im zweiten Vortrag zu diesem Thema wurde die Ausbringung von Pflanzenschutzmittel durch Drohnen erörtert. Hier kann das Weinbauinstitut auf drei Jahre erfolgreichen Einsatz von Sprühdrohnen hinweisen. Abschließend zur Tagung fand eine Verkostung und ein Vortrag über alkoholreduzierte Weine statt.

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