13. Luxemburger Weinbautag: Weinbau in Zeiten von Covid-19 und Digitalisierung

Romain Schneider am 13. Luxemburger Weinbautag
Romain Schneider am 13. Luxemburger Weinbautag
©MA

Die 13. Ausgabe des Luxemburger Weinbautages, welcher vom Luxemburger Winzerverband und dem Institut viti-vinicole (IVV) organisiert wurde, fand im digitalen Webinar-Format, und in Anwesenheit von Weinbauminister Romain Schneider statt.

Dabei drehte sich das Programm um die Aktualitätsthemen der Digitalisierung und der Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf den Weinbau. Den Startschuss gab Marc Weyer, Präsident des Luxemburger Winzerverbandes.

Auswirkungen von COVID-19 auf den Weinbausektor

In seiner Anrede thematisierte Weinbauminister Romain Schneider die Auswirkungen der Coronapandemie auf den Weinbausektor in den unterschiedlichsten Formen.

Romain Schneider sprach dabei die Problematik der Erntehelfer an, die vielen Winzern bei der Herbstplanung Sorgen bereitet hatte. Um die Einreise der Erntehelfer zu ermöglichen, wurden im Herbst 2020 über 1000 Voucher vom IVV und dem Gesundheitsamt verteilt, mit denen sich die Erntehelfer bei ihrer Einreise in Luxemburg kostenlos auf COVID-19 testen lassen konnten.

Diese effiziente Maßnahme führte dazu, dass ein zusätzliches Hilfsangebot geringer in Anspruch genommen werden musste, als erwartet: In Kooperation zwischen dem IVV und dem Maschinenring sowie der ADEM konnten in Luxemburg ansässige Personen an die Betriebe vermittelt werden, deren Erntehelfer aus dem Ausland pandemiebedingte Probleme bei der An- und Abreise hatten. Hier wurden insgesamt 21 von über 400 potentiellen Helfern vermittelt.

Auch finanziell wurde dem Sektor unter die Arme gegriffen. So wurden die Promotionskosten von „Lëtzebuerger Wäin“ mit zusätzlichen 350.000 € unterstützt, und weitere Beiträge für den Fonds de solidarité viticole übernommen.

Die Notwendigkeit dieser Unterstützungsmaßnahmen belegte der Weinbauminister anhand der fallenden Weinabsatzzahlen aus dem Jahr 2019/2020, die bereits den Einfluss der Pandemie zeigten. Konnte man in den letzten Jahren von einem relativ stabilen Wein-, und Crémantabsatz in Höhe von 6,3 Mio Liter ausgehen, so lag der Absatz im Weinjahr 2019/2020 nur bei 5,3 Mio Liter und der Pro-Kopf-Konsum ging um 2 Liter zurück. Die Ursache dafür lag vor allem darin, dass neben der geschlossenen Gastronomie viele Events und auch private Veranstaltungen ausfallen mussten.

Trotzdem zeigt sich auch eine erfreuliche Entwicklung, denn der Export verzeichnete im Jahr 2019/2020 einen leichten Anstieg von 3%.

Digitalisierung im Weinbau

Neben der Entwicklung der gemeinsamen Agrarpolitik stand auch das Thema der Digitalisierung im Mittelpunkt.

Der Weinbauminister erinnerte, dass Betriebe, die Subventionen anfragen, die Weinbaukarteierhebung ab diesem Jahr nur noch digital einreichen können. Für alle anderen Betriebe gibt es keine Änderung, und das Weinbauinstitut steht allen Winzern für Rückfragen zur Verfügung.

Auch die AOP stellt sich neu in punkto Digitalisierung auf. Ab der Ernte 2021 soll es den Konsumenten möglich sein, über einen QR-Code des AOP-Labels einen Produktpass des Weines abzurufen. Dies soll zur Transparenz des Produktes beitragen und der Konsument soll so den Weg von der Rebe bis in sein Glas nachvollziehen können.

Anschließend wurden weinbauliche Themen von internationalen Wissenschaftlern und nationalen Experten diskutiert. Ein Augenmerk lag dabei auf der Bewässerung von Junganlagen und Förderprogrammen.

Die Veranstalter der Betriebswirtschaft erläuterten die Auswirkungen von COVID-19 auf den Weinabsatz. Abschließend wurden die LEADER Projekte „Weinverkauf in der Großregion“ und „Via Mosel“ im Bereich Weinverkauf und Tourismus vorgestellt.

Die traditionelle Weinverkostung fand wegen der sanitären Einschränkungen leider nicht statt.

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