Antibiotika - Zeit, Alarm zu schlagen

Dossier im Rahmen des Europäischen Tages zur Information über den richtigen Einsatz von Antibiotika am 18.11.2018

Antibiotika – Zeit, Alarm zu schlagen!

Vom 12. bis zum 18. November 2018 findet die Weltantibiotikawoche statt. Sinn dieser Veranstaltung ist es, die Öffentlichkeit, Fachleute und die politischen Entscheidungsträger für die Antibiotikaresistenz zu sensibilisieren. Daneben findet in der Europäischen Union jedes Jahr am 18. November ein groß angelegter europäischer Informationstag über Antibiotika statt.

Die rezentesten Daten bestätigen, dass die Anzahl der Patienten, welche mit resistenten Bakterien infiziert sind, in der gesamten Europäischen Union ständig ansteigt und dass die Antibiotikaresistenz eine massive Bedrohung der öffentlichen Gesundheit darstellt. Nach der Einschätzung einer rezenten Studie, welche von einer Gruppe europäischer Forscher durchgeführt und vom Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) unterstützt wurde, sterben 33.000 Personen jedes Jahr in Europa durch antibiotikaresistente Keime. Die Anzahl der Menschen, welche der Antibiotikaresistenz zum Opfer fallen, steigt seit 2007 kontinuierlich an. Drei Viertel der Krankheiten, welche durch antibiotikaresistente Keime verursacht werden, treten im Umfeld von Krankenhäusern oder Pflegeheimen auf, so die Forscher.

In 39 % der Fälle sind die Patienten durch ein Bakterium infiziert, gegen das sogar die stärksten Antibiotika nichts mehr ausrichten können. Die Wissenschaftler empfehlen, dass Antibiotika nur verschrieben oder eingenommen werden sollten, wenn dies unbedingt erforderlich ist, die Hygienemaßnahmen sorgfältig zu befolgen, vor Allem im Krankenhaus, und die Forschung voranzutreiben, um neue Antibiotika zu entwickeln.

Start der neuen Kampagne „Antibiotika – Zeit, Alarm zu schlagen!“

Um die umsichtige Verwendung von Antibiotika zu fördern hat der Nationale Antibiotikavorstand, welcher im Rahmen des Nationalen Antibiotikaplans (2018-2022) eingeführt wurde, die Kampagne 2018 „Antibiotika – Zeit, Alarm zu schlagen!“ ausgearbeitet. Die neue Kampagne steht im Zusammenhang mit der Fortsetzung des Plans und mit dem Konzept „One Health“, welches darauf abzielt, die diversen Dimensionen -  menschliche, tierärztliche und ökologische - in diesem Bereich zu berücksichtigen.

Diese Sensibilisierungsaktion schließt alle betroffenen Branchen und Akteure mit ein. Somit geht der Aufruf an Mediziner, das Personal des Pflege- und Gesundheitssektors, Apotheker, Patienten, Tierärzte, Landwirte und Bürger im Allgemeinen, Antibiotika vorsichtig und gewissenhaft anzuwenden, damit auch zukünftig Antibiotika als effiziente Waffen gegen schwere Infektionen zur Verfügung stehen.

Der unvernünftige Einsatz von Antibiotika in der Human- und Veterinärmedizin in den letzten Jahren hat die Entwicklung antibiotikaresistenter Bakterien erheblich beschleunigt.

Daher wurde eine Reihe von Kommunikationsmitteln in mehreren Sprachen entwickelt: Plakate, Flyer, Radio- und Videospots, Kommunikation auf den sozialen Medien, Anzeigen und Artikel, sowie Veröffentlichungen im Internet, welche auf dieser Seite unter "Mehr dazu" zu finden sind.

Antibiotikakonsum im Großherzogtum

Der menschliche Konsum von Antibiotika in Luxemburg wurde im Jahr 2017 auf mindestens 5,12 Millionen der DDD (Defined Daily Doses) [1] geschätzt. Der größte Anteil dieses Konsums, 92,25 %, ist auf den Gebrauch im ambulanten Bereich zurückzuführen und 7,75 % auf den Gebrauch im Krankenhausbereich. In Gewicht ausgedrückt wird der Konsum von Antibiotika im ambulanten Bereich auf 3,7 Tonnen / Jahr geschätzt. Im Vergleich dazu erhöhte sich der Gebrauch in der Veterinärmedizin im Jahr 2016 auf 2,1 Tonnen.

Informationskonferenz über Antibiotika

Der Nationale Antibiotikaplan organisiert seine erste Informations- und Ausbildungskonferenz über Antibiotika: « La résistance aux antibiotiques, nous avons tous un rôle à jouer ! ».

Die Konferenz findet am Mittwoch, den 5. Dezember 2018, von 17.30 bis 20.30 Uhr, im Centre Culturel de Rencontre Abbaye de Neumünster in der Stadt Luxemburg statt.

Ziel dieses ersten thematischen Abends, welcher sich an Fachleute aus dem Gesundheitsbereich richtet, ist es, die richtige Verschreibung von Antibiotika in Luxemburg zu fördern.

Eine Einschreibung für die Konferenz erfolgt bis spätestens Mittwoch, den 28. November über Email: direction-sante@ms.etat.lu

 

[1] Die DDD (Definierte Tagesdosen) werden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) festgelegt. Statistisch gesehen entspricht eine DDD der durchschnittlichen Tagesdosis einer Substanz, welche bei der Behandlung eines 70 kg schweren Erwachsenen gegen die Hauptindikation eingesetzt wird.

Video der Weltorganisation für Tiergesundheit (OIE) "Nous comptons sur vous pour suivre les Cinq Règles d'utilisation pour manipuler les antimicrobiens avec précaution"
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