Karschnatz

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©Christian Schaack

Der „Karschnatz“, wie die Kornernte in Luxemburg genannt wird, ist vorbei. Im weitesten Sinn wird der Begriff „Karschnatz“ aber auch allgemein für die Ernte der Feldfrüchte benutzt, welche zurzeit noch nicht abgeschlossen ist.

Die Mähdrescher stehen aber für dieses Jahr schon seit ein paar Wochen wieder still. Die Kornerntesaison hat diesmal früh begonnen und war auch schnell wieder vorbei.

Trotz Trockenheit war der Ertrag der Winterfrüchte normal, genauso wie jener der Sommerfrüchte, des Raps und der Körnerleguminosen. Die Früchte sind zurzeit jedoch teurer als in der letzten Saison.

Die Qualität der Kornernte 2018 ist im Großen und Ganzen nicht schlecht. Beim Brotweizen deutet sich eine normale Qualität und auch Quantität an, was sich auch positiv auf die Ernte der fast 3000 ha Brotweizen, die unter dem Label „Produit du terroir“ angebaut werden, auswirkt. Somit stellt der Anbau, die Verarbeitung und der Verkauf von Brotweizen in der Region über lokale Mühlen dieses Jahr eine Sicherheit und Garantie für die Landwirte dar. Solche lokalen Wertschöpfungsketten sind nachhaltig und unterstützen die luxemburgischen Landwirte.

©Christian Schaack

Die Getreideernte hat in Luxemburg, vor allem im Vergleich zum Ausland, also weiter keinen Schaden erlitten. Jedoch besteht die Agrarfläche Luxemburgs nicht nur aus Getreideanbau, sondern auch zu über 50 Prozent (67.000 ha) aus Dauergrünland. Dazu kommen noch 12.000 ha Feldfutterbau und fast 15.000 ha Mais, welche, je nach Region, mehr oder weniger stark unter der Trockenheit gelitten haben. Auch die Kartoffelernte hat den Wassermangel nicht gut verkraftet. Für eine Bilanz der Erträge ist es jetzt noch zu früh.

Wegen der vertrockneten Weiden muss den Tieren zusätzlich Futter verabreicht werden. Wenn es in den nächsten Wochen genügend regnet, besteht jedoch noch die Chance, dass das Graswachstum noch einmal angekurbelt wird, wodurch die Weidesaison verlängert werden könnte. Seit Februar wurde auf allen Wetterstationen der ASTA eine negative Wasserbilanz festgestellt. Der Schaden wird hierbei von einer Versicherung übernommen, welche sich an den meteorologischen Daten der ASTA orientiert.

Die Maisernte hat wegen der Trockenheit schon vor zwei Wochen begonnen, dies ist so früh wie nie zuvor.

Die Obst- und Gemüseproduzenten sowie die Winzer sind bisher eher zufrieden.

Durch die Möglichkeit, Ernteausfälle entschädigen zu lassen und die Durchführung von Sortenversuchen mit Pflanzen, welche sich der neuen klimatischen Situation besser anpassen können, unterstützt das Landwirtschaftsministerium die Bauern bei der neuen Wettersituation.

Viele weitere interessante Informationen zum Getreideanbau in Luxemburg und den Weg des Getreides vom Feld bis auf den Teller sind hier zu finden:

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