Lokal und saisonal

Dossier zum Thema lokale und saisonale Lebensmittelherstellung

 

Die Nachfrage nach lokal und saisonal produzierten Lebensmitteln steigt in Luxemburg stetig an.

Als kleines Land hat Luxemburg den Vorteil, dass die nationale Produktion sehr überschaubar ist. Dies schafft Transparenz und Vertrauen bei der Produktion lokaler Lebensmittel.

Durch die geografisch abgegrenzte Produktion ist es leichter, die verschiedenen Produktionsverfahren zurückzuverfolgen. Somit kann Lebensmittelskandalen leichter vorgebeugt werden.

Lokale Produktion bedeutet auch kurze Transportwege und trägt somit zu einer nachhaltigen Ernährung bei. Lokal einkaufen heißt jedoch nicht nur, gewissenhaft einzukaufen, lokal hergestellte Lebensmittel weisen oft auch eine bessere Qualität auf, da sie keine langen Transportwege zurücklegen müssen und daher noch frisch in die Ladentheke gelangen. So wirken sich die kurzen Wege zum Beispiel positiv auf den Geschmack und auch auf wertvolle Inhaltsstoffe wie Vitamine und Mineralstoffe aus. Außerdem verderben auf diese Weise weniger Lebensmittel auf dem Weg in die Regale. Somit tut man beim Kauf lokaler Produkte auch noch etwas gegen die Lebensmittelverschwendung.

©Maison moderne

Optimal und nachhaltiger ist die Kombination aus lokaler und saisonaler Produktion. Lebensmittel, welche zwar lokal hergestellt, jedoch das ganze Jahr über angeboten werden, obwohl sie dann überhaupt nicht wachsen würden, hinterlassen einen höheren ökologischen Fußabdruck als saisonal produzierte Lebensmittel. Ein heimischer Apfel, der mehrere Monate lang im Kühlhaus gelagert wird, hinterlässt z. B. einen höheren CO2-Fußabdruck als ein Apfel aus Neuseeland.

Davon abgesehen ist ein abwechslungsreiches Angebot saisonaler Lebensmittel auch kulinarisch interessanter. Die Vorfreude auf frisches Obst nach dem Winter ist groß und die frischen Erdbeeren schmecken auch einfach besser.

Beim Kauf lokaler Produkte tut man aber nicht nur der Umwelt etwas Gutes, auch die luxemburgischen Landwirte werden dadurch unterstützt.

Hier sind wir als Verbraucher gefragt. Ist es wirklich nötig, im Winter Erdbeeren zu essen, die geschmacklich eher an Wasser mit Erdbeergeschmack erinnern?

©Christian Schaack

Eine lokale und saisonale Lebensmittelproduktion weist daneben auch eine soziale Komponente auf, da zwischen dem Produzenten und dem Verbraucher ein persönlicher Kontakt entsteht. Dadurch lernt der Verbraucher, die Arbeit hinter der Lebensmittelproduktion wieder mehr zu schätzen.

Zurzeit ist Luxemburg noch stark auf den Import von Obst und Gemüse angewiesen, um der Nachfrage der Bevölkerung nachkommen zu können. Aktuell stammen weniger als 5 % des in Luxemburg verkauften Gemüses aus der heimischen Produktion. Beim Obst liegt der Selbstversorgungsgrad sogar nur bei unter einem Prozent. Insgesamt hat die luxemburgische Obst- und Gemüseproduktion aber schon zugenommen. Eine Möglichkeit, die Produktion zu steigern, besteht z.B. in dem verstärkten Einsatz luxemburgischer Produkte in den Gemeinschaftsküchen.

Auf der Landwirtschaftsmesse in Ettelbrück ist der Stand des Landwirtschaftsministeriums jedes Jahr im Zeichen der lokalen Produktion vertreten. Hier werden auch Kinder durch Workshops für den Verzehr lokaler Lebensmittel sensibilisiert.

Einen Überblick zu den in Luxemburg lokal und saisonal angebauten Obst- und Gemüsesorten verschafft der neue Saisonkalender des Landwirtschaftsministeriums.

Viele weitere interessante Reportagen und Informationen zum Thema "lokal und saisonal" sind unter dem Themendossier auf rtl.lu zu finden.

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