Weinjahr 2018

Zusammenfassung des Weinjahres 2018

Nach einem nassen und milden Winter startete das Frühjahr 2018 zunächst zögerlich mit einem ungewöhnlich kühlen und winterlichen Monat März. Im darauffolgenden Monat April meldete sich dann abrupt das Frühjahr und zeitweise hatte man das Gefühl, letzteres sei direkt zugunsten des Sommers übersprungen worden. An mehreren Tagen im April überstiegen die Maximaltemperaturen in der Tat die 25°C Marke! Da verwunderte es nicht, dass der Austrieb zügig und problemlos mit einem Vorsprung von 10 Tagen auf den langjährigen Mittelwert erfolgte.

Die weitere Triebentwicklung zeigte, dass der Gescheinsansatz, also die Anzahl der Trauben pro Trieb, 2018 überdurchschnittlich hoch ausfiel. Warme Temperaturen im Mai und die aus den Wintermonaten aufgefüllten Bodenwasservorräte verpassten den Reben einen weiteren kräftigen Vegetationsschub und das so wurde das 8-Blattstadium bei der Rebsorte Rivaner bereits am 14. Mai mit einem Vorsprung von 17 Tagen auf den langjährigen Mittelwert erreicht. Dementsprechend früh gingen die ersten Reben dann bereits Ende Mai in die Blütephase über. Aufgrund der günstigen Witterung konnten die meisten Reben innerhalb einer Woche gut durchblühen. In einigen Lagen wurden lediglich Verrieselungen, hauptsächlich bei Burgundersorten, vermerkt.

Der Juni startete mit einigen stärkeren Niederschlagsereignissen. In der ersten Monatshälfte dominierte eine allgemein feuchtwarme Witterung, die den Pilzdruck der Peronospora temporär anstiegen ließ und je nach Lage und Sorte Befallssymptome an Blättern und Gescheine verursachte. Ab der zweiten Monatshälfte stellte sich dann eine hochsommerliche Witterung ohne jeglichen Regen ein. Vorhandene Peronospora Befallsstellen wurden durch diese trockenen Bedingungen ausgebremst und das Infektionspotenzial stark verringert.

Der Juli brachte eine wahrhafte und über den ganzen Monat andauernde dürre Hitzewelle mit sich. Hier wurden 10 „Heiße Tage“ an der Wetterstation Remich gezählt, d.h. Tage an denen die Maximaltemperaturen 30°C oder mehr betrugen! Über den gesamten Monat fielen nur 5,6 mm Regen. Der Juli war nicht nur ungewöhnlich heiß, sondern auch sehr sonnig. So wurden an der Wetterstation Findel im Juli 2018 die meisten Sonnenstunden seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in 1947 registriert. Konnten die älteren Reben mit ihrem ausgeprägten Wurzelsystem die anhaltende Dürre gut verkraften, so machten sich ab Mitte Juli erste Trockenstresssymptome bei 3 – 8-jährigen Anlagen in Form von Vergilbungen und Verbräunungen an Blättern bemerkbar. Zum Ende des Monates hatte es bereits sechs Wochen am Stück keinen einzigen Tropfen geregnet und etliche Risse in den stark ausgetrockneten Böden wurden sichtbar. Reben im Pflanzjahr sowie Junganlagen kamen ohne regelmäßige Bewässerung nicht mehr aus.

Bis auf zeitweise höheren Peronospora Pilzdruck blieb der Infektionsdruck der feuchteliebenden Pilzkrankheiten allgemein sehr gering.

Bei dem vom IVV und dem LIST durchgeführten Kirschessigfliegen-Monitoring konnte die geringste Flugaktivität seit 2015 festgestellt werden. Verglichen mit dem Vorjahr, in dem Ende August bereits erste Weinberge aufgrund von Befall gelesen werden mussten ist, die Situation entspannt. Eine Eiablage konnte noch nicht festgestellt werden.

Der Rekordjahrgang 2018 brachte mit sich, dass der Reifebeginn der Rebsorte Rivaner am 26. Juli mit einem Vorsprung von 21 Tagen auf den langjährigen Mittelwert verzeichnet wurde! In der ersten Augusthälfte schwächte die Hitzewelle vorerst nicht ab und legte sogar noch zu. Das hohe Wasserdefizit konnte in diesem Zeitraum durch einige Schauer etwas entspannt werden, blieb aber dennoch noch weiter kritisch für jüngere Anlagen ohne ausgeprägtes Wurzelwerk. Ab der zweiten Monatshälfte schwächte die Hitzewelle zum ersten Mal ab und überwiegend wechselhaftes Wetter mit einzelnen Schauern herrschte bis zu Monatsende.

Die Reifentwicklung verläuft im Moment optimal und die sehr gesunden Trauben deuten auf ein Rekordjahr hin was die qualitativen Faktoren wie physiologische Reife und Extraktwerte betrifft. Wünschenswert wären für die kommenden zwei Wochen moderate Regenereignisse, damit die reifenden Beeren auch die notwendige Flüssigkeit in ihr Fruchtfleisch aufnehmen können.

Die für den Jahrgang 2018 geschätzte Erntemenge von 110.000 Hektoliter wird etwas unter dem 10-Jährigen Mittelwert von 120.000 Hektolitern liegen. Ursache hierfür sind die Mengeneinbußen durch Trockenheit und Wasserstress in jüngeren Rebanlagen. Mit dem Start der Hauptlese kann ab der Woche vom 10. September gerechnet werden. Dies stellt einen Vorsprung von fast zwei Wochen auf den langjährigen Mittelwert dar.

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