Afrikanische Schweinepest (ASP)

Aktuelles zum Thema Afrikanische Schweinepest - 14.08.2019

Am 13. September 2018 wurde bei Étalle in Belgien nahe der luxemburgischen Grenze das Virus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen festgestellt.
In Luxemburg konnte das ASP-Virus bisher noch nicht nachgewiesen werden.

Aktueller Stand der Verteilung der Wildschweine und Resultate der Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest (ASP) in Luxemburg (14.08.2019):

  • Gesamtzahl der eingesendeten Schweine: 250

    • 207 Totfunde oder kranke Tiere (Tir sanitaire), davon 102 aus der Überwachungszone und 2 aus der Wildschwein-freien Zone;
    • 43 gesund erlegte Wildschweine, davon 32 aus der Überwachungszone und 9 aus der Wildschwein-freien Zone.
  • Anzahl der auf ASP getesteten Wildschweine mit negativem Resultat: 247

  • Anzahl der noch zu untersuchenden Wildschweine: 0

  • Anzahl der Wildschweine, bei denen die Untersuchung aufgrund des Zustandes des Kadavers nicht möglich ist: 3 davon 1 aus der Wildschwein-freien Zone.

Keine Gefahr für den Mensch

Das Virus äußert sich bei Wild- und Hausschweinen, stellt jedoch kein Risiko für den Menschen dar, auch nicht nach dem Verzehr von kontaminiertem Schweinefleisch oder daraus hergestellten Lebensmitteln.

Die Verbreitung des Virus findet statt direkt über den Kontakt zwischen den Tieren sowie indirekt über Lebensmittelabfälle, welche Schweinefleisch enthalten, wie auch durch mit dem Virus infiziertem Material. Daher müssen Lebensmittelabfälle so entsorgt werden, dass jeder Kontakt mit einem Wild- oder Hausschwein ausgeschlossen ist.

Zurzeit gibt es keine Impfung gegen diese Krankheit. Daher wird an alle betroffenen Akteure appelliert, wachsam zu bleiben, um das Risiko einer Ausbreitung der Krankheit innerhalb der Wildschweinpopulation und einer Einführung in einen Hausschweinebestand zu minimisieren. Letzteres hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf einzelene Sektoren sowie die Sperrung von betroffenen Gebieten zur Folge.

Um für eine eventuelle Feststellung der ASP in Luxemburg gewappnet zu sein, wurde im Februar 2018 eine nationale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, welche zurzeit vom Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Romain Schneider und der Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung Carole Dieschbourg, geleitet wird. Zweck dieser Task Force ist es u.a., Präventionsmaßnahmen zusammen mit allen beteiligten Akteuren auszuarbeiten.

Maßnahmen zur Prävention eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest in Luxemburg

Einrichtung einer “Überwachungszone” ( zone de prévention/zone de surveillance):

Einrichtung einer Überwachungszone mit Begrenzung im Norden durch die Autobahn A6 von Steinfort nach Luxemburg, im Osten durch die A4 von Luxemburg nach Esch-sur-Alzette, sowie durch die belgische und die französische Grenze.

190424 Carte Zone de surveillance

In der Überwachungszone gelten folgende Regeln:

  • Verpflichtung, die Hausschweine in den Ställen zu lassen;
  • Die Jagd auf Wildschweine in den Wäldern ist das ganze Jahr über erlaubt;
  • In dem von der Regierung gestimmten Reduzierungsplan (26.04.019) werden die Pächter der Jagdreviere aufgefordert sich zu mobiliséieren um den Wildschweinbestand in dieser Zone zu reduzieren;
  • Wildschweine, welche in den zugelassenen Jagdzonen innerhalb der Ueberwachungszone geschossen werden, können unter bestimmten Bedingungen auf ASP getestet werden (der Ort wo das Wildschwein erlegt wurde muss geolokalisiert werden, der ganze Tierkörper muss bis zum Vorliegen des Analyseresultats aufbewahrt werden);
  • Für wirtschaftliche Aktivitäten, Fußgänger oder Radfahrer gibt es in dieser Zone keine Einschränkungen

 

Einrichtung einer “Wildschwein freien Zone“ (zone blanche)

Innerhalb der “Überwachungszone” wurde eine “Wildschwein freie Zone“ mit Hilfe der Armee, der Veterinär-, Forst- und Straßenbauverwaltung eingerichtet die von einem 10 Kilometer langen Zaun entlang der Grenze zu Belgien, südlich von Steinfort, parallel zur Fahrradpiste eingegrenzt ist. Die Arbeiten wurden Ende Mai 2019 abgeschlossen.

In dieser “Wildschwein freien Zone“ wird eine Entvölkerung der Wildschweine durchgeführt, um der Einführung und der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf luxemburgischem Territorium vorzubeugen.

Am 4. und am 5. Juli 2019 wurde in der “Wildschwein freien Zone“ eine Bewegungsjagd, im Rahmen des von der Regierung gestimmten Reduzierungsplanes, und in Zusammenarbeit mit allen Behörden und den Jägern, organisiert. Während der Jagd wurden 7 Wildschweine geschossen und 2 tote Wildschweine entdeckt. Sie wurden zur Probennahme zum Mamer Sammelzentrum transportiert. Die Analysen auf das ASP-Virus wurden im Staatlichen Veterinärlabor (LMVE) durchgeführt. Die Analysen der 7 Wildschweine waren negativ und bezüglich derjenigen, die an den beiden gefundenen Kadavern durchgeführt wurden, war eine Analyse negativ und die andere war nicht durchführbar.

 

In der “Wildschwein freien Zone“ gelten zusätzliche Regeln:

  • In dem von der Regierung gestimmten Reduzierungsplan (26.04.19) werden die Pächter der Jagdreviere aufgefordert den Wildschweinbestand in der “Wildschwein freien Zone“ drastisch zu reduzieren.
  • Alle Wildschweine, welche in den zugelassenen Jagdzonen innerhalb der “Wildschwein freien Zone“ erlegt und in einer Sammelstelle abgegeben werden, werden auf ASP getestet;
  • Das Nachtschießen auf Wildschweine wird vorübergehend erlaubt sein.
  • Die Jäger erhalten eine sanitäre Aufwandsentschädigung von 100 Euro für jedes erlegte Wildschwein, welches in einer Sammelstelle abgeliefert wurde. Entsprechende Antragsformulare sind dort erhältlich.
  • Vorrichtungen zum Fangen von Wildschweinen werden von der Natur- und Forstverwaltung installiert;

Ausserdem bitten wir Sie:

  • Hunde an der Leine zu halten;
  • die Tore geschlossen zu halten.

Eine interaktive Karte der verschiedenen Zonen finden Sie auf geoportail.lu.

Weitere Vorkehrungen betreffend das ganze Land

  • Alle Landwirte sind aufgefordert, die Regeln der Biosicherheit zu respektéieren. Die Administration des services vétérinaires (ASV) hat alle Schweinehalter per Einschreiben daran erinnert, alle Regeln der Biosicherheit strengstens einzuhalten und pflichtwidrigen Betrieben ein Aufforderungsschreiben zugesandt;
  • 10 Sammelstellen für Wild (tote Tiere oder Aufbruch) stehen zu Verfügung;
    https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/chasse/Centres-de-ramassage.pdf
  • Tot aufgefundene Wildschweine, bei denen die Todesursache nicht offensichtlich ist, werden auf ASP getestet;
  • Kontrolle aller Umzäunungen entlang der Autobahnen, Analyse etwaiger Schwachstellen und Aufrichten zusätzlicher Zäune unter der Aufsicht von der Administration des Ponts et Chaussées;

Alle Maßnahmen sind vorrübergehend und können je nach Entwicklung der Situation angepasst werden.

Die derzeitige Lagewird von den nationalen Behörden sehr ernst genommen. So besteht ein permanenter Kontakt mit den zuständigen belgischen, französischen und europäischen Behörden, um die Maßnahmen zu koordinieren und um eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die absolute Priorität der Regierung ist es, eine Kontamination der Hausschweine zu verhindern.

 

Für den Fall der Entdeckung eines Wildschweinkadavers ohne offensichtliche Todesursache wurde ein sanitäres Überwachungsnetz eingerichtet:

Tel.: 24756-666 (Administration de la nature et des forêts).

Afrikanische Schweinepest: EFSA bewertet Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung

 

Die EFSA hat Strategien für das Management von Wildschweinen in verschiedenen Stadien einer Schweinepestepidemie ermittelt, die beschreiben, was vor, während und nach einem Krankheitsausbruch zu tun ist. Wildschweine spielen nachweislich eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit.

 

Flyer - Empfehlungen zum Schutz der Hausschweine vor ASP

OIE - Infografiken zur Afrikanischen Schweinepest

  1. OIE - Poster ASP - Eleveurs porcins (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les éleveurs porcins.

    ©OIE

  2. OIE - Poster ASP - Autorités des transports et agents des points de contrôle (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les autorités des transports et agents des points de contrôle.

    ©OIE

  3. OIE - Poster ASP - Chasseurs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les chasseurs.

    ©OIE

  4. OIE - Poster ASP - Voyageurs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les voyageurs.

    ©OIE

  5. OIE - Poster ASP - en général (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les éleveurs porcins, les élevages commerciaux de porcs, les chasseurs, les voyageurs et les autorités des transports et agents des points de contrôle.

    ©OIE

  6. OIE - Poster ASP - Elevages commerciaux de porcs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les élevages commerciaux de porcs.

    ©OIE

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