Ausgleichszulage

Bedeutender Durchbruch für das Großherzogtum Luxemburg

Nach 15 Jahre langen Verhandlung hat die EU Kommission neue Bestimmungen zur Ausgleichszulage bewilligt. Die neuen Regelungen sind extrem wichtig für den luxemburgischen Agrarsektor, weil sie weiterhin den Erhalt einer nachhaltigen Landbewirtschaftung ermöglichen.

 

Die Änderungen der Ausgleichszulage für Luxemburger Landwirte betreffend der aus Natur-bedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligten Gebiete, werden noch im Kulturjahr 2018/2019 in Kraft treten.

Die Wichtigsten Änderungen:

Abgrenzung der Gebiete nach objektiven und überprüfbaren Kriterien

Das alte System zur Bestimmung der benachteiligten Gebiete beruhte ausschließlich auf sozioökonomischen Kriterien.

Die benachteiligten Gebiete wurden laut objektiven und harmonisierten Kriterien für die gesamte Europäische Union festgelegt.

Für Luxemburg wurden sowohl Natur-bedingte, als auch andere spezifische Gründe zurückbehalten, um die Abgrenzung der benachteiligten Gebiete zu bestimmen.

Die festgelegten Kriterien für die Abgrenzung von Gebieten mit natürlichen Einschränkungen hängen im Wesentlichen mit der Bodenqualität und der Topografie zusammen (begrenzte Entwässerung, Durchlässigkeit, geringe Wurzeltiefe, Steilhang).

Gebiete, die keine natürlichen Einschränkungen unterliegen, wurden als Gebiete mit spezifischen Einschränkungen ausgewiesen. Die Kriterien für die Abgrenzung dieser neuen Gebiete mit spezifischen Einschränkungen basieren hauptsächlich auf der Bedeutung und Erhaltung der landwirtschaftlichen Tätigkeit und der Landschaftspflege.

Die Gewährung der Ausgleichzulage ermöglicht es, dass die Landwirte zum Teil für zusätzliche Kosten und Einkommensverluste entschädigt werden, welche auf Grund von Nachteilen für die landwirtschaftliche Erzeugung in den aus Natur-bedingten oder anderen spezifischen Gründen benachteiligten Gebieten entstehen.

Ausweisung der benachteiligten Gebiete

Nach Anpassung der Ausweisungsprozedur, beruhend auf den vorgeschriebenen Bestimmungen der europäischen Verordnung (EU) Nr. 1305/2013, wurde das ganze Großherzogtum Luxemburg als benachteiligtes Gebiet eingestuft.

Somit sind alle in Luxemburg gelegenen landwirtschaftlichen Flächen beihilfeberechtigt mit Ausnahme der Flächen im Weinbau, der intensiven Obstanlagen, der Baumschulen, sowie sonstigen Intensivkulturen (Gemüse- oder Blumenanbau sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus).

Bedingungen der Prämienberechtigung

Prämien berechtigt sind alle Betriebsinhaber die folgende Bedingungen erfüllen:

  • eine landwirtschaftliche Tätigkeit auf den Flächen in dem ausgewiesenen benachteiligten Gebiet ausüben;
  • die Anforderungen zum aktiven Landwirt erfüllen;
  • die Bedingungen der anderwertigen Verpflichtungen (Cross Compliance) auf der gesamten Betriebsfläche einhalten.

Es wird kein Betrieb mehr durch seine ökonomische Größe ausgeschlossen.

Der Beihilfebetrag beträgt für die ersten 90 Hektar 150 EUR/ha und für die restlichen Hektare 75 EUR/ha. Des Weiteren muss der Auszahlungsbetrag mindestens 100 EUR betragen.

Es erfolgt kein Unterschied mehr zwischen hauptberuflichen und nebenberuflichen Betrieben bei der Auszahlung. Betriebsinhaber welche Rentenempfänger oder älter als 65 Jahre sind, werden ebenfalls ohne Einschränkungen förderfähig.

Die Entschädigung muss weiterhin jährlich im Flächenantrag beantrag werden.

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