Erhalt der Biodiversität in der Landwirtschaft

Biodiversitätsprogramme zum Schutz der Artenvielfalt in Luxembourg

Die Biodiversität ist unser natürliches Kapital und die Grundlage für eine nachhaltige Lebensmittelproduktion. In den letzten Jahren wurden im Naturschutz viele Fortschritte erzielt. In Luxemburg gibt es rund 6000 ha sogenannte Biotop-Flächen die meist auch landwirtschaftlich genutzt werden. Genau hier werden Biodiversitätsprogramme zum Schutz der Artenvielfalt umgesetzt. Es geht darum, ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Ökologie zu finden, ganz nach dem Motto ‚Naturschutz durch Nutzung‘.

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Die Landwirtschaft unterstützt den Erhalt der Biodiversität.
©Thomas Quack

Biodiversität im Großherzogtum

Grundbedingung für den Erhalt unserer natürlichen Umwelt ist eine möglichst große Vielfalt an heimischen Pflanzen und Tieren. Der Schutz unserer natürlichen Ressourcen (Boden, Wasser, Luft) und der Artenvielfalt vereint ebenso Natur-Schützer wie Natur-Nutzer. Ziel ist es, die bedrohten Lebensräume und der an diese gebundenen Tier- und Pflanzenarten zu sichern bzw. wiederherzustellen.

Zu diesem Zweck wurde eine Biodiversitätsverordnung gegründet, in der verschiedene Biodiversitätsprogramme festgelegt werden. Diese basieren auf einer Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Naturschützern.

  • 544 landwirtschaftliche Betriebe nehmen an solchen Biodiversitäts Förderprogrammen teil.

Um die Artenschutzziele zu erreichen, verzichten teilnehmende Landwirte auf einen Teil ihres Ertrags bzw. nehmen einen zusätzlichen Arbeitsaufwand in Kauf. Die hierdurch entstehenden Unkosten werden durch verschiedene Prämien kompensiert. Damit wird eine Arten- und Biotopschützende Nutzung gefördert. Im Idealfall kann hier sogar ein nachhaltiger und stabiler ‚Naturschutz Betriebszweig‘ entwickelt werden.

 

Welche Flächen können in ein Biodiversitätsprogramm aufgenommen werden?

Die Biodiversitätsprogramme sind ein Instrument zur Umsetzung der Naturschutzziele in Luxemburg. Folgende Flächen können aufgenommen werden:

Flächen in definierten, geschützten Gebieten:

  •  Natura 2000 Gebiete (Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutz-Gebiete);
  •  Ausgewiesene nationale und kommunale Naturschutzgebiete;
  •  International geschützte Feuchtgebiete (RAMSAR-Gebiete: Haff Réimech und Oberes Sauertal);
  •  Ausgewiesene Wasserschutzgebiete.

Flächen mit hohem Wert für den Artenschutz außerhalb von Schutzgebieten:

  •  Flächen mit geschützten Lebensräumen (entsprechend dem nationalen Naturschutzgesetz) wie z.B. Halbtrockenrasen, Feuchtwiesen oder magere Mähwiesen, die im Offenland-Biotopkadaster erfasst wurden;
  •  Vorkommen bedrohter Tier- oder Pflanzenarten (definiert in den Artenlisten der Verordnung);
  •  Flächen mit besonderer Bedeutung für die Umsetzung von Arten- und Habitatschutzplänen (plans d’actions), die auf Basis des nationalen Naturschutzplans entwickelt wurden.

Karte der nationalen und europäischen Schutzgebiete in Luxemburg

Flächen, auf denen Biodiversitätsverträge abgeschlossen werden können. Außerhalb dieser Gebiete nur bei Vorkommen bedrohter Arten. Stand Oktober 2017

Fördermaßnahmen und Beihilfen:

Die Luxemburgische Landwirtschaft und der Weinbau setzen schon seit Jahren größere Ambitionen beim Umwelt- und Klimaschutz um. Klimawandel, natürliche Ressourcen, Biodiversität, Lebensräume und Landschaften sind alles Bereiche, die in den heute landes- und Europaweiten Zielen angesprochen werden. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, werden die landwirtschaftlichen Betriebe unterstützt.

Das übergeordnete Ziel der Agrar-Klima-Umwelt-Maßnahmen ist der Erhalt und die Pflege der Kulturlandschaft, der Schutz des Klimas und der natürlichen Ressourcen Wasser, Boden, Luft, sowie der Erhalt und die Verbesserung der Biodiversität.

Luxemburg hat sich im Bereich der freiwilligen Agrarumweltklimaprogramme für ein dreigliedriges Modell entschieden um einerseits die sich stellenden Probleme im Bereich natürliche Umwelt bestmöglich zu begegnen, und andererseits möglichst praxisgerecht und anwenderfreundlich zu sein:

Hierzu gehören:

  • Ganzbetriebliche Maßnahmen, beispielsweise die Landschaftspflegeprämie oder die Förderung der biologischen Landwirtschaft;
  •  Maßnahmen auf Parzellenebene, landesweit anwendbar, beispielsweise die Förderung der Mulchsaat, der bodennahen Ausbringung der Gülle und der erweiterten Fruchtfolgen;
  • Maßnahmen auf Parzellenebene, in sensiblen Gebieten anwendbar, beispielsweise die Förderung von Programmen zur Erhaltung und Wiederherstellung bestimmter bedrohter Lebensräume, von Flora und Fauna.

Mehr Infos zu den Biodiversitäts Förderprogrammen

Weiterbildungskurse

Das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung bietet in den Wintermonaten regelmäßig Weiterbildungskurse zum Thema „Biodiversität und Management“ – Ganzjahresbeweidungen in Zusammenarbeit mit dem MBR Maschinenring an.

Weinbergflurneuordnungsprojekte

Im Weinbau wird bei Weinbergflurneuordnungsprojekten und bei der Zusammenlegung von Weinparzellen die Sicherung bestehender Biotope sowie Anlegung neuer Biotope zur Verbesserung der Biodiversität, und die Anlegung von Steinriegeln in Böschungen gefördert.

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