Luxemburg bis dato ohne Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP)

Aktuelles zum Thema Afrikanische Schweinepest - 08.04.2021

Auch wenn in Europa das Tiervirus der Afrikanischen Schweinepest (ASP) weiter grassiert, ist Luxemburg seit Beginn der Seuche die ganze Zeit über frei von ASP geblieben, nicht zuletzt dank der guten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Landwirten und Jägern.

Nichtsdestotrotz darf nicht außer Acht gelassen werden, dass es jederzeit zu einer Einschleppung in unserem Land kommen könnte. Aus diesem Grund soll in Luxemburg die Wildschweinpopulation weiterhin reduziert, bzw. auf einen niedrigen Stand gedrosselt werden. Bis zum 31. Januar 2021 bezahlt das Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung eine Prämie in Höhe von 50€ für jedes erlegte Wildschwein bis 30kg, und appelliert, die üblichen Regeln bezüglich Biosicherheit einzuhalten, und die Aufbrüche von Wildschweinen in den bekannten Sammelstellen zu entsorgen. Sowohl die „Wildschein freie Zone“ („Zone blanche“) als auch die Überwachungszone („Zone de prévention“) und der Zaun der in enger Zusammenarbeit mit den belgischen und französischen Autoritäten errichtet wurde, bleiben bis auf Weiteres bestehen.

Keine Gefahr für den Mensch

Das Virus äußert sich bei Wild- und Hausschweinen, stellt jedoch kein Risiko für den Menschen dar, auch nicht nach dem Verzehr von kontaminiertem Schweinefleisch oder daraus hergestellten Lebensmitteln.

Die Verbreitung des Virus findet statt direkt über den Kontakt zwischen den Tieren sowie indirekt über Lebensmittelabfälle, welche Schweinefleisch enthalten, wie auch durch mit dem Virus infiziertem Material. Daher müssen Lebensmittelabfälle so entsorgt werden, dass jeder Kontakt mit einem Wild- oder Hausschwein ausgeschlossen ist.

Zurzeit gibt es keine Impfung gegen diese Krankheit. Daher wird an alle betroffenen Akteure appelliert, wachsam zu bleiben, um das Risiko einer Ausbreitung der Krankheit innerhalb der Wildschweinpopulation und einer Einführung in einen Hausschweinebestand zu minimisieren. Letzteres hätte erhebliche wirtschaftliche Auswirkungen auf einzelne Sektoren sowie die Sperrung von betroffenen Gebieten zur Folge.

Um für eine eventuelle Feststellung der ASP in Luxemburg gewappnet zu sein, wurde im Februar 2018 eine nationale Arbeitsgruppe ins Leben gerufen, welche zurzeit vom Minister für Landwirtschaft, Weinbau und ländliche Entwicklung, Romain Schneider und der Ministerin für Umwelt, Klima und nachhaltige Entwicklung Carole Dieschbourg, geleitet wird. Zweck dieser Task Force ist es u.a., Präventionsmaßnahmen zusammen mit allen beteiligten Akteuren auszuarbeiten.

Aktueller Stand der Verteilung der Wildschweine und Resultate der Untersuchung auf Afrikanische Schweinepest (ASP) in Luxemburg (01.03.-31.03.2021):

  • Gesamtzahl der eingesendeten Schweine: 13

    • 10 Totfunde oder kranke Tiere (Tir sanitaire);
    • 3 gesund erlegte Wildschweine aus der Wildschwein-freien Zone;
  • Anzahl der auf ASP getesteten Wildschweine mit negativem Resultat: 13

  • Anzahl der noch zu untersuchenden Wildschweine: 0

  • Anzahl der Wildschweine, bei denen die Untersuchung aufgrund des Zustandes des Kadavers nicht möglich ist: 0

Resultate der Untersuchungen von Wildschweinen auf ASP vom 1. bis zum 31.3.2021
©Administration des services vétérinaires

Maßnahmen zur Prävention eines Ausbruches der Afrikanischen Schweinepest in Luxemburg

Überwachungszone ("zone de prévention/zone de surveillance"):

Einrichtung einer Überwachungszone mit Begrenzung im Norden durch die Autobahn A6 von Steinfort nach Luxemburg, im Osten durch die A4 von Luxemburg nach Esch-sur-Alzette, sowie durch die belgische und die französische Grenze im Westen bzw. im Süden.

190424 Carte Zone de surveillance

In der Überwachungszone gelten folgende Regeln:

  • Hausschweine können nach Gemehmigung in Aussenhaltung unter strengen Regeln gehalten werden;
  • Die Jagd auf Wildschweine in den Wäldern ist das ganze Jahr über erlaubt;
  • Wildschweine, welche in den zugelassenen Jagdzonen innerhalb der Überwachungszone geschossen werden, können unter bestimmten Bedingungen auf ASP getestet werden (der Ort wo das Wildschwein erlegt wurde muss geolokalisiert werden, der ganze Tierkörper muss bis zum Vorliegen des Analyseresultats aufbewahrt werden);
  • Für wirtschaftliche Aktivitäten, Fußgänger oder Radfahrer gibt es in dieser Zone keine Einschränkungen

 

Wildschwein freien Zone ("zone blanche")

Innerhalb der “Überwachungszone” wurde eine “Wildschwein freie Zone“ mit Hilfe der Armee, der Veterinär-, Forst- und Straßenbauverwaltung eingerichtet die von einem 10 Kilometer langen Zaun entlang der Grenze zu Belgien, südlich von Steinfort, parallel zur Fahrradpiste eingegrenzt ist. Die Arbeiten wurden Ende Mai 2019 abgeschlossen.

In dieser “Wildschwein freien Zone“ wird angestrebt die Population der Wildschweine stark zu reduzieren bestenfalls sämtliche Wildschweine zu schießen um das Auftreten und der Verbreitung der Afrikanischen Schweinepest auf luxemburgischem Territorium vorzubeugen.

In der “Wildschwein freien Zone“ gelten zusätzliche Regeln:

  • In dem von der Regierung gestimmten Reduzierungsplan (26.04.19) werden die Pächter der Jagdreviere aufgefordert den Wildschweinbestand in der “Wildschwein freien Zone“ drastisch zu reduzieren;
  • Alle Wildschweine, welche in den zugelassenen Jagdzonen innerhalb der “Wildschwein freien Zone“ erlegt und in einer Sammelstelle abgegeben werden, werden auf ASP getestet;
  • Die Jagd auf Wildschweine mit Nachsichtgeräten wird vorübergehend erlaubt sein;
  • Die Jäger erhalten eine sanitäre Aufwandsentschädigung von 100 Euro für jedes erlegte Wildschwein, welches in einer Sammelstelle abgeliefert wurde. Entsprechende Antragsformulare sind dort erhältlich;
  • 2 Vorrichtungen zum Fangen von Wildschweinen werden von der Natur- und Forstverwaltung installiert.

Ausserdem bitten wir Sie:

  • Hunde an der Leine zu halten;
  • die Tore geschlossen zu halten.

Eine interaktive Karte der verschiedenen Zonen finden Sie auf geoportail.lu.

Weitere Vorkehrungen betreffend das ganze Land

  • Alle Landwirte sind aufgefordert, die Regeln der Biosicherheit zu respektieren. Jeder Betrieb wurde durch einen Amtstierarzt besucht, um eine Beurteilung hinsichtlich der Biosicherheit durchzuführen. Die Administration des services vétérinaires (ASV) hat alle Schweinehalter per Einschreiben daran erinnert, alle Regeln der Biosicherheit strengstens einzuhalten und pflichtwidrigen Betrieben ein Aufforderungsschreiben zugesandt;
  • 10 Sammelstellen für Wild (tote Tiere oder Aufbruch) stehen zu Verfügung;
    https://environnement.public.lu/dam-assets/documents/chasse/Centres-de-ramassage.pdf
  • Tot aufgefundene Wildschweine, bei denen die Todesursache nicht offensichtlich ist, werden auf ASP getestet; ebenso werden alle überfahrenen Wildschweine getestet.
  • Kontrolle aller Umzäunungen entlang der Autobahnen, Analyse etwaiger Schwachstellen und Aufrichten zusätzlicher Zäune unter der Aufsicht von der Administration des Ponts et Chaussées;
  • Eine Prämie von 50€ wird vom Landwirtschaftsministerium bezahlt für alle erlegten Wildschweine mit einem Gewicht unter 30 kg.

Alle Maßnahmen sind vorrübergehend und können je nach Entwicklung der Situation angepasst werden.

Die derzeitige Lage wird von den nationalen Behörden sehr ernst genommen. So besteht ein permanenter Kontakt mit den zuständigen belgischen, französischen und europäischen Behörden, um die Maßnahmen zu koordinieren und um eine mögliche weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern.

Die absolute Priorität der Regierung ist es, das Auftreten der Afrikanischen Schweinepest in einem Hausschweinebestand zu verhindern.

 

Für den Fall der Entdeckung eines Wildschweinkadavers ohne offensichtliche Todesursache wurde ein sanitäres Überwachungsnetz eingerichtet:

Tel.: 24756-666 (Administration de la nature et des forêts).

Afrikanische Schweinepest: EFSA bewertet Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung

African Swine Fever: how to stay one step ahead

 

Die EFSA hat Strategien für das Management von Wildschweinen in verschiedenen Stadien einer Schweinepestepidemie ermittelt, die beschreiben, was vor, während und nach einem Krankheitsausbruch zu tun ist. Wildschweine spielen nachweislich eine wichtige Rolle bei der Ausbreitung der Krankheit.

 

Flyer - Empfehlungen zum Schutz der Hausschweine vor ASP

OIE - Infografiken zur Afrikanischen Schweinepest

  1. OIE - Poster ASP - Eleveurs porcins (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les éleveurs porcins.

    ©OIE

  2. OIE - Poster ASP - Autorités des transports et agents des points de contrôle (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les autorités des transports et agents des points de contrôle.

    ©OIE

  3. OIE - Poster ASP - Chasseurs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les chasseurs.

    ©OIE

  4. OIE - Poster ASP - Voyageurs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les voyageurs.

    ©OIE

  5. OIE - Poster ASP - en général (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les éleveurs porcins, les élevages commerciaux de porcs, les chasseurs, les voyageurs et les autorités des transports et agents des points de contrôle.

    ©OIE

  6. OIE - Poster ASP - Elevages commerciaux de porcs (FR)

    Ne soyez pas le transporteur d’une maladie mortelle pour les porcs! Mesures à respecter par les élevages commerciaux de porcs.

    ©OIE

Die Afrikanische Schweinepest bei unseren deutschen, belgischen und französischen Nachbarn

International kommt die Afrikanische Schweinepest (ASP) nicht zur Ruhe, denn immer wieder treten in der Wildschweinpopulation in unseren Nachbarländern und in Europa neue Fälle auf.

Deutschland: 65 Fälle

Am 12. Obtober 2020 informierte das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) über zehn weitere bestätigte ASP-Fälle bei Wildschweinen in Brandenburg, und bestätigte somit insgesamt 65 Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in Deutschland. Bereits am 10. September 2020 wurde das erste Mal bei einem toten Wildschwein in Deutschland (Landkreis Spree-Neiße, Brandenburg) die ASP nachgewiesen, seitdem breitet die Tierseuche sich nördlich in der Wildschweinpopulation weiter aus. Die Experten der Europäischen Kommission sind aktuell damit beschäftigt das Seuchengeschehen im Osten Deutschlands zu untersuchen, um dann über das weitere Vorgehen zu entscheiden.

Belgien ASP-frei aber Zäune entlang der luxemburgischen Grenze bis Oktober 2021 verlängert

In Belgien geht der letzte Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) geht auf August 2019 zurück, und die Behörden haben bei der Europäischen Kommission beantragt, bis Ende 2020 wieder offiziell als frei von ASP eingestuft zu werden. Es darf wieder im gesamten Gebiet gejagt werden, mit der Vorgabe, dass alle erlegten Wildschweine aus der „Zone infectée“ zur Sammelstelle nach Virton gebracht werden müssen. Sämtliche Zäune zwischen Luxemburg und Belgien bleiben noch wenigstens für ein weiteres Jahr bestehen.

Zäune zwischen Luxemburg und Frankreich bleiben bestehen

In Frankreich geht die Suche nach Kadavern und das Ausrotten der Wildschweine in der sogennanten „zone blanche“ weiter, beziehungsweise wird ein Teil davon auf ASP untersucht. Zwischen Frankreich und Luxemburg bleiben die Zäune bis auf weiteres bestehen.

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