Gemeinsame Europäische Agrarpolitik 2021 - 2027

Vorbereitungen zur Umsetzung der neuen GAP in Luxemburg

Die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik und ihre Umsetzung in Luxemburg

Seit mehr als 60 Jahren gibt es die Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP).  Heute ist kein anderer Wirtschaftsbereich in der Europäischen Union so stark durch EU-Regeln geprägt wie die Landwirtschaft.

Alle sieben Jahre steht die GAP auf dem Prüfstand und wird für eine neue Periode von sieben Jahren angepasst um sich den Erwartungen der Konsumenten und den neuen Herausforderungen zu stellen.

SWOT analyse

Die nächste Periode bezieht sich auf den Zeitraum 2021-2027 und ist seit Anfang 2018 in Vorbereitung. Wenn der Vorschlag im europäischen Rat für Landwirtschaft und Fischerei und im europäischen Parlament angenommen wird, muss er noch in den einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Die Mitgliedstaaten müssen innerhalb des festgelegten europäischen Rahmens einen nationalen strategischen Plan ausarbeiten um die Ziele der Europäischen Union umzusetzen.

 
Moselle

Ziele der europäischen Agrarpolitik für die Periode 2021-2027

  1. Förderung tragfähiger landwirtschaftlicher Einkommen sowie der Krisenfestigkeit in der ganzen Union zur Verbesserung der Ernährungssicherheit;
  2. Verstärkung der Ausrichtung auf den Markt und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit, auch durch einen stärkeren Schwerpunkt auf Forschung, Technologie und Digitalisierung;
  3. Verbesserung des Stellenwertes der Landwirte in der Wertschöpfungskette;
  4. Beitrag zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel sowie zu nachhaltiger Energie;
  5. Förderung der nachhaltigen Entwicklung und der effizienten Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen wie Wasser, Böden und Luft;
  6. Beitrag zum Schutz der Biodiversität, Verbesserung von Ökosystemleistungen und Erhaltung von Lebensräumen und Landschaften;
  7. Steigerung der Attraktivität für Junglandwirte und Erleichterung (Vereinfachung? Förderung?) der Unternehmensentwicklung in ländlichen Gebieten;
  8. Förderung von Beschäftigung, Wachstum, sozialer Inklusion sowie der lokalen Entwicklung in ländlichen Gebieten, einschließlich Biowirtschaft und nachhaltige Forstwirtschaft;
  9. Verbesserung der Art und Weise, wie die Landwirtschaft in der EU gesellschaftlichen Erwartungen in den Bereichen Ernährung und Gesundheit, einschließlich in Bezug auf sichere, nahrhafte und nachhaltige Lebensmittel, Lebensmittelabfälle sowie Tierschutz gerecht wird.

Umsetzung der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik 2021-2027 in Luxemburg: der nationale Strategie-Plan

In Berücksichtigung dieser Ziele müssen die Mitgliedstaaten innerhalb verschiedener Interventionsbereichen Maßnahmen ausarbeiten und umsetzen.

Jedes Land bekommt aus dem europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums Gelder zur Verfügung gestellt um diese Maßnahmen zu finanzieren. Der Beitrag aus dem europäischen Haushalt beträgt mindestens 20% und darf jedoch nicht 43% überschreiten. Der nationale Haushalt muss dementsprechend zusätzliche Gelder zur Verfügung stellen um die Maßnahmen umzusetzen.

Vorbereitungen zur Umsetzung des nationalen Strategie-Plans

SWOT Stärken- und Schwächenanalyse des landwirtschaftlichen Sektors

Als Vorbereitung zur Ausarbeitung des luxemburgischen nationalen Strategie-Plans fanden am 6., 7., 12., 15. und 19. November 2019 verschiedene Workshops bezüglich einer Stärken- und Schwächenanalyse des landwirtschaftlichen Sektors statt. Diese Analyse bildet die Basis der zukünftigen Strategie zur Entwicklung des ländlichen Raumes. An den acht verschiedenen Workshops nahmen Vertreter der Bauern-, Winzer-, Berater-, Umweltschutzorganisationen, Naturparks, Verarbeitungsindustrie und der ländlichen Region teil.

Auf Initiative des Landwirtschaftsministeriums wurden die verschieden Organisationen eingeladen um zusammen mit Experten des Landwirtschafts- und Umweltschutzministerium an der Ausarbeitung dieser Analyse teilzunehmen. Eine erste Vorlage des Landwirtschaftsministeriums wurde durch die anwesenden Experten überarbeitet und vervollständigt.

Jedes einzelne Ziel soll durch eine Stärken- und Schwächenanalyse ausführlich belichtet werden. Eine nachfolgende Bedarfsanalyse wird die einzelnen Bedürfnisse, die sich daraus ableiten, bestimmen. Die Bedarfsanalyse ist die Grundlage für die nachfolgende nationale Strategie zur Umsetzung der anstehenden europäischen Agrarreform in Luxembourg.

Die Ausarbeitung der Stärken- und Schwächenanalyse, sowie der Bedarfsanalyse wird durch ein unabhängiges Consulting-Büro begleitet damit die Analyse so objektiv wie möglich verlaufen kann und im Einklang mit den Vorgaben der europäischen Kommission sind.

Die verschiedenen Experten belichteten die vorbereitete Analyse Dank unterschiedlichen Kompetenzen aus ihrer Sicht und konnten diese aufgrund ihrer Erfahrungen und Kenntnissen wesentlich bereichern und erweitern. Die Arbeiten verliefen in konstruktiven Diskussionen und beruhten auf einer guten Zusammenarbeit der anwesenden Experten. Die vielseitigen Aussagen und Feststellungen müssen jedoch mit konkreten Fakten in Einklang stehen. Dies bedeutet noch einige Nacharbeit seitens des Landwirtschaftsministeriums und eine intensive Prüfung durch das Consulting Büro.

  1. Vitarium 6/11/2019, Workshop Natürliche Ressourcen

    ©MA

  2. Workshop SWOT „Développement rural“ / Plan stratégique 2021-2027, Beckerich

    ©MA

  3. LTAE, 7/11/2019 Workshop Biodiversität

    ©MA

  4. Vitarium 6/11/2019, Workshop Klimawandel/Anpassung

    ©MA

  5. Vitarium 6/11/2019, Workshop Natürliche Ressourcen

    ©MA

  6. Workshop SWOT „Développement rural“ / Plan stratégique 2021-2027, Luxembourg

    ©MA

  7. Workshop SWOT „Développement rural“ / Plan stratégique 2021-2027, Luxembourg

    ©MA

  8. Vitarium 6/11/2019, Workshop Klimawandel/Anpassung

    ©MA

Voraussichtlicher Kalender 2020 - 2021 zur Ausarbeitung des nationalen Strategie-Plans

  • Januar-Juni 2020: Ausarbeitung eines ersten Entwurfs des nationalen Strategie-Plans;
  • Juli 2020 : informelle Discussion zum Entwurf mit der europäischen Kommission;
  • Herbst 2020 : Rücksprache und Beratung mit dem landwirtschaftlichen Sektor und allen poten-tiellen Beteiligten an der Umsetzung;
  • Dezember 2020 : Anpassung des Entwurfs zum nationalen Strategie-Plans aufgrund der Beratungen ;
  • Anfang 2021 : Übermittlung des nationalen Strategie-Plans an die europäische Kommission;
  • Ende 2021: Genehmigung des nationalen Strategie-Plans durch die europäische Kommission;
  • 2021/22 : Umsetzung des nationalen Strategie-Plans in nationales Recht;
  • 1.1.2023 : In-Kraft-Treten der Massnahmen in Luxemburg zur Umsetzung der euro-päischen Agrarpolitik 2021-2027.

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