Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft

Erläuterungen zur Statistik über die Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln in der Landwirtschaft

Die Auswertung der in der Landwirtschaft ausgebrachten Pflanzenschutzmittel wurde anhand des nationalen landwirtschaftlichen Testbetriebsnetzes des Service d’économie rurale (SER) erstellt. Die Datenerfassung erfolgt mittels der betriebswirtschaftlichen Buchführung der Betriebe. Die ausgewerteten Daten werden auf die Gesamtheit der landwirtschaftlichen Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb hochgerechnet.

Die Daten eines Auswertungsjahres beziehen sich jeweils auf den Kulturzeitraum der entsprechenden Kultur. So werden für die Marktfrüchte sämtliche ausgebrachten Pflanzenschutzmittel vom September des Vorjahres (Jahr N-1) bis August des betreffenden Wirtschaftsjahres (Jahr N) in Betracht gezogen. Bei den anderen Kulturen gilt das Wirtschaftsjahr als Referenzperiode (Januar N bis Dezember N).

Die verwendeten Mengen an Pflanzenschutzmitteln werden einer bestimmten Kultur zugewiesen. Die ausgewerteten Daten beziehen sich auf die gesamte landwirtschaftlich genutzte Fläche der Testbetriebe (ohne Gartenbau), sowie auf die in der Auswertung aufgelisteten einzelnen Kulturen. Die Kulturen wurden entsprechend ihrer landwirtschaftlichen Bedeutung, Flächenstärke und Umweltrelevanz ausgewählt: Winterweizen, Winterroggen, Wintergerste, Sommergerste, Hafer, Triticale, Raps, Kartoffeln, Mais und Weinbau. Obstbau und Gemüseanbau sind im Testbetriebsnetz nicht vertreten, da die Auswahl an Buchführungsbetrieben zu klein ist und die Daten dadurch statistisch nicht relevant sind. Dauergrünland und Feldfutter stellen in Luxemburg etwa 60 % der landwirtschaftlich genutzten Fläche dar, werden aber nicht systematisch ganzflächig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt. Da somit diese Pflanzenschutzmittelmengen nicht auf die gesamte Grünland- bzw. Feldfutterfläche bezogen werden können, ist eine kulturbezogene Auswertung nicht aussagekräftig. In der Summe der eingesetzten Pflanzenschutzmittel sind diese jedoch, wie übrigens auch alle anderen nicht speziell ausgewiesenen Kulturen, enthalten.

Beizmittel, welche bei gekauftem Saatgut genutzt wurden, sind in der Auswertung nicht enthalten, da der SER nicht über Informationen in Bezug auf die verwendeten Pflanzenschutzmittel verfügt.

Für jede ausgewertete Kultur ist die landwirtschaftliche Fläche in Hektar (ha) angegeben. Es ist allerdings zu beachten, dass im nationalen Testbetriebsnetz sowohl die Inlands-, wie auch die Auslandsflächen der Betriebe enthalten sind. Somit ist es durchaus möglich, dass in dieser Auswertung Pflanzenschutzmittel oder Wirkstoffe enthalten sind, welche nicht in Luxemburg zugelassen sind, sehr wohl aber in den Nachbarländern. Dies gilt ebenso für die Zulassung einzelner Pflanzenschutzmittel auf einzelnen Kulturen.

Die angewandten Pflanzenschutzmittel werden anhand ihres Wirkstoffgehalts bzw. ihrer Wirkstoffgehalte in Kilogramm Wirkstoffmengen ausgedrückt. Es wird eine Äquivalenz 1 Kilo = 1 Liter angenommen.

Die empfohlenen Ausbringungsdosen pro ha variieren sehr stark in Abhängigkeit des Wirkstoffes. Einige Mittel werden mit einer Dosis pro ha im Grammbereich, andere im Kilogramm-Bereich, ausgebracht. Die Daten zu den Pflanzenschutzmengen können witterungsbedingt sehr stark zwischen den einzelnen Jahren schwanken.

Um dieser Schwierigkeit zu begegnen, ist im Rahmen des Nationalen Aktionsplans zur Reduzierung der Pflanzenschutzmittel vorgesehen, einen Indikator zu rechnen, der die Behandlungshäufigkeit durch Pflanzenschutzmittel wiedergibt und für jede Kultur die Aufwandmenge des Pflanzenschutzmittels im Verhältnis zur jeweiligen Referenzdosis zeigt. Mit Hilfe dieses Indikators können die großen Unterschiede in der Behandlungshäufigkeit zwischen den Kulturen veranschaulicht werden. Somit lässt sich die Entwicklung der Behandlungshäufigkeit im Laufe einer längeren Periode (z.B. 5 Jahre) untersuchen.

Im Jahr 2018 wurde im Rahmen des nationalen landwirtschaftlichen Testbetriebsnetzes aus Gründen der statistischen Relevanz darauf verzichtet, die betriebswirtschaftliche Ausrichtung „sonstiges Weidevieh“ (OTE 48) auszuwerten. In dieser Ausrichtung sind Betriebe mit vorrangig Pferden, Schafen und/oder Ziegen vertreten. Bis einschließlich 2016 wurde diese betriebswirtschaftliche Ausrichtung gemeinsam mit der Ausrichtung der spezialisierten Rinderaufzucht- und -mastbetrieben (OTE 46) ausgewertet. Im Jahre 2017 wurde die OTE 48 dann einzeln ausgewertet, um schließlich aus den oben erwähnten Beweggründen ab 2018 nicht mehr im Testbetriebsnetz dargestellt zu werden. Diese Änderung hat eine Auswirkung auf die Stichprobe, sowie auf die Gesamtfläche im Rahmen der Hochrechnung, nicht aber auf die kulturbezogene Auswertung.       

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