LeguTec

Nachhaltige, ressourcenschonende Eiweißproduktion durch mechanische, Herbizid freie Beikrautregulierungstechniken im Körnerleguminosenanbau am Beispiel der Sojabohne

Projektziel

Ziel des Projektes ist es herauszufinden und aufzuzeigen, welcher der ausgewählten maschinellen Einsätze die effektivste Beikrautregulierung aufweist, unter Berücksichtigung von Beikrautdeckung, Pflanzenverlusten, Biomasse, Ertrag und Proteingehalt. Langfristig gesehen sollen somit Anbauhemmnisse überwunden und eine nachhaltige, ressourcenschonende Eiweißproduktion in Luxemburg gefördert werden.

 

Projektbeschreibung

Mit einem Proteinanteil von etwa 40 % und einer sehr hohen biologischen Wertigkeit aufgrund idealer Aminosäurezusammensetzung ist die Sojabohne (Glycine max (L.) Merr.) eine der wichtigsten Futtereiweißquellen in der Tierernährung. Mit der Unterzeichnung der Europäischen Sojaerklärung (2017) hat sich Luxemburg zum Ziel gesetzt, den regionalen Anbau von Sojabohnen und anderen Eiweißpflanzen zu fördern. Ausschlaggebend ist die derzeitige Abhängigkeit von Importen aus vor allem Nord- und Südamerika. Dank neuen Züchtungen wächst die Sojabohne auch in unseren Klimaten, was eine Chance für die Steigerung der Sojaproduktion in Luxemburg darstellt. Der biologische Anbau ist jedoch anspruchsvoll und neben der derzeit noch nicht garantierten Weiterverarbeitung in Luxemburg (Toasten) gibt es Wissenslücken im effizienten, nachhaltigen Beikrautmanagement.

Das Versuchsdesign umfasst in zwei Anbaujahren einen einfaktoriellen Exaktversuch auf drei landwirtschaftlichen Flächen sowie einen On-Farm Streifenversuch auf dem Versuchsstandort des LTA. Geprüft werden im Exaktversuch jeweils fünf verschiedene Beikrautregulierungsmethoden in vierfacher Wiederholung: (A) Striegel, (B) Scharhacke, (C) Scharhacke mit Fingerhacken, (D) Kombination aus Striegel und Scharhacke und (E) gemischter Anbau von Soja und Leindotter. Eine Positivkontrolle (F) und eine Negativkontrolle (G) werden zusätzlich angelegt. Beikraut- und Kulturpflanzenbiomasse und -deckung, Beikrautarten und Anzahl der Arten, sowie Anzahl der Kulturpflanzen werden vor und nach jedem Durchgang sowie während der Blütezeit und zur Ernte entnommen um die Effizienz der verwendeten Techniken zu beurteilen. Die Firma Geocoptix GmbH ergänzt die Bonituren mit Hilfe von drohnengestützten Luftbildaufnahmen unter Verwendung verschiedener Echtfarben- und Multispektralbilder.

Projektdauer

Projektlaufzeit: 10/2017 – 09/2020

Projektträger

Das Projekt wird finanziert von der Oeuvre Nationale de Secours Grand-Duchesse Charlotte, dem Ministère de l’Agriculture, de la Viticulture et du Développement rural und mit Unterstützung der König-Baudouin-Stiftung und der Nationalen Lotterie sowie durch Sponsoring von Wolff-Weyland S.A. und Piet van Luijk Sàrl.

Partner

Das Projekt LeguTec ist ein Gemeinschaftsprojekt zwischen den Partnern Institut fir Biologësch Landwirtschaft an Agrarkultur Luxemburg a.s.b.l. (IBLA), Lycée Technique Agricole (LTA), Geocoptix GmbH und Wolff-Weyland SA. Ein besonderer Dank gilt den teilnehmenden Bio-Landwirten Marc und Luc Emering, Alex Mehlen und Patrick François.

Resultate

Erste Ergebnisse des Versuchsjahres 2018 sind im Folgenden aufgezeigt. Die Versuchsstandorte Sprinkange und Hostert zeigen signifikant höhere Erträge und weniger Beikraut nach dem Blindstriegeln mit anschließendem Hackeinsatz von Scharhacke und Fingerhacken (Kombinationsvariante, D) als in der Striegelvariante (A) (s. Tab. 1).

Tabelle 1: Ertrag [dt ha-¹] und Biomasse des Beikrauts (BK) zur Blüte [g m-2] der drei Standorte in Abhängigkeit der verschiedenen Beikrautregulierungsvarianten; Erträge (n=4), Biomasse (n=12); unterschiedliche Buchstaben bedeuten signifikante Unterschiede. Erläuterung der Varianten s. Text.

 

Manternach

Sprinkange

Hostert

Var.

Biomasse

BK [g m-2]

Ertrag

[dt ha-¹]

Biomasse

BK [g m-2]

Ertrag

[dt ha-¹]

Biomasse

BK [g m-2]

Ertrag

[dt ha-¹]

(A)

9,2

a

13,8

a

98,7

c

10,3

c

344,1

cd

7,6

b

(B)

8,9

a

14,0

a

33,4

ab

13,9

abc

276,9

bc

10,1

ab

(C)

10,0

a

14,8

a

25,8

ab

13,9

abc

293,1

bc

10,0

ab

(D)

15,0

a

13,9

a

23,6

ab

14,1

ab

254,7

b

10,4

ab

(E)

19,2

a

12,8

a

119,2

c

11,2

bc

333,9

bcd

7,5

b

(F)

0

a

13,6

a

0

a

16,2

a

0

a

15,5

a

(G)

101,2

b

11,8

a

58,4

b

12,7

abc

411,6

d

6,7

b

 

Auf dem Standort in Manternach war der Beikrautdruck über die gesamte Saison gering, sodass eine gute Regulierung in allen Varianten möglich war. Auf der von Versuchsbeginn an mit viel Beikraut besetzten Fläche in Hostert zeigt sich eine Tendenz in der Regulierung zu Gunsten der Hacke. In Sprinkange haben Blindstriegeln und der anschließende Striegeleinsatz zu einer Wachstumsanregung der Beikräuter geführt, was im Vergleich zur negativen Kontrolle (G) sichtbar ist. Die Trockenheit im Anschluss zur Blüte hat auf allen Standorten zu Ertragseinbußen geführt. Die aufgeplatzten Hülsen in Manternach (15 %) waren ein deutliches Zeichen, dass hier die Soja in die Notreif gehen musste. Zusammenfassend sind nach den ersten Erkenntnissen die Erträge tendenziell in den Hackvarianten höher als in den vergleichenden Striegelvarianten und somit ist auch ein höherer Regulierungserfolg zu verzeichnen.

Detaillierte Ergebnisse aus dem ersten Versuchsjahr sind dem Zwischenbericht zu entnehmen. Kommende Auswertungen und das Versuchsjahr 2019 werden weitere Aussagen zulassen.

 

Bisherige Publikationen:

Leimbrock, L.; Altmann, G.; Rock, G.; Diederich, R.; Krier, R.; Reiland, G; Stoll, E.; Zimmer, S. (2018): Désherbage mécanique dans la culture du soja bio au Luxembourg. RFL2, 17.-18. Oktober 2018, Toulouse, France. Livre des Résumés, p. 215.

Leimbrock, L.; Rock, G.; Diederich, R.; Krier, R.; Reiland, G; Stoll, E.; Zimmer, S. (2018): LeguTec – Mechanical weed control in soybean cultivation in Luxembourg. ICOAS, 7.-8. November 2018, Eisenstadt, Austria. Book of Abstracts, p. 80.

Leimbrock, L., Rock, G., Diederich, R., Krier, R., Reiland, G., Stoll, E., Zimmer, S. (2019): LeguTec – mechanische Beikrautregulierung im Sojaanbau in Luxemburg. 15. Wissenschaftstagung Ökologischer Landbau, Kassel, Germany. 06.-08. March 2019, p. 84

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