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Fangpflanzen zur Reduktion des Insektizideinsatzes im Winterraps
Im Frühjahr 2022 – wenn der Rübsen ca. 10-14 Tage früher als der Winterraps in Knospe geht – ist der Rübsen für den Rapsglanzkäfer als Nahrungsquelle attraktiver als der Raps.
©Michael Eickermann - LIST

Projektziel

Im Rahmen des vorgesehenen Versuchs sollen zwei Varianten des Trap Cropping kombiniert werden: der Einsatz eines Rübsenstreifens, sowie die Beimischung einer frühblühenden Rapssorte in einen Rapsbestand. Dabei soll ermittelt werden, ob und wie weit der Rapsglanzkäfer durch dieses Kombiverfahren dergestalt kontrolliert werden kann, ohne auf Insektizidapplikation zurückzugreifen.

Projektbeschreibung

Die Entwicklung nachhaltiger Alterativen zur Schädlingskontrolle im Winterraps ist unerlässlich. Ein mögliches Konzept ist der Einsatz von Fangpflanzen (engl. „Trap Cropping“). Es wird ein einjähriger Praxisversuch in Kooperation mit einem Landwirt in der Region Kehmen angelegt. Der Versuch besteht aus einer Kontrollparzelle von ca. 2 ha (Rapssorte ´Bender´) und der Versuchsvariante von ca. 2 ha (Sorte ´Bender´ mit einer Beimischung von 10% der frühblühenden Rapssorte ´Alicia´). Um die Versuchsvariante wird ein 3m breiter Streifen von Winterrübsen (Sorte ´Perko´). gedrillt. Im Frühjahr 2022 – wenn der Rübsen ca. 10-14 Tage früher als der Winterraps in Knospe geht – ist der Rübsen für den Rapsglanzkäfer als Nahrungsquelle attraktiver als der Raps. Die Glanzkäfer sammeln sich im Rübsenstreifen und verbleiben dort. Eine Insektizidapplikation erfolgt aber NICHT, weder im Rübsenstreifen noch im Raps der Versuchsvariante. Sollte der Glanzkäfer den Rübsen komplett vernichten und sich dann im Raps ansammeln, so wird die frühblühende Alicia-Beimischung im Raps einen ertragsrelevanten Befall verhindern. Durch diesen phänologischen Effekt kann eine Insektizidapplikation gegen den Rapsglanzkäfer im Raps eingespart werden. Sobald die Schotenentwicklung beginnt, wird der Rübsenstreifen gehäckselt, um Ausfall und damit verbundene Unkrautprobleme in der Folgekultur zu verhindern.

Projektdauer

2021-2022 (12 Monate)

Projektträger

Luxembourg Institute of Science and Technology (LIST)

Partner

Ein Landwirt in der Region Kehmen

Resultate

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse werden praxisbezogen aufbereitet und laufend über Fachpublikationen, Feldbegehungen und Fachseminare zugänglich gemacht. Das Projekt und die Ergebnisse werden über kurze Videoclips vorgestellt. Mit einer abschließenden Bewertung und Veröffentlichung der Projektergebnisse ist für August 2022 zu rechnen.

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