Investitionsförderung

Ackerbau; Tierzucht; Garten-, Gemüse und Obstanbau; Baumschule; Imkerei und Brennerei

Ziel

Das Agrargesetz ist das zentrale Programm zur Förderung von Investitionen in der Landwirtschaft. Investitionen sind unabdingbar zur langfristigen Absicherung der Betriebe. Die Investitionsförderung  unterstützt die lokale Landwirtschaft im harten internationalen Wettbewerb und trägt zur Konkurrenzfähigkeit der Betriebe bei.

Die Investitionsförderung ermöglicht notwendige Anpassungen besonders in den Bereichen Tierschutz-, Umwelt- und Klimaschutz, Hygienebedingungen und Arbeitswirtschaft.

Mittelherkunft

EU-Gelder und nationales Budget.

Für den Zeitraum 2014-2020 stehen 109 Mio Euro für die EU-cofinanzierte Förderung  im Rahmen des Programms zur Entwicklung des ländlichen Raums zur Verfügung.

Zusätzlich stehen 26.5 mio Euro zur Finanzierung rein nationaler Investitionsbeihilfen zur Verfügung.

Zuwendungsempfänger

Die Beihilfen betreffen Betriebe, die durch Bodenbewirtschaftung oder durch mit Bodenbewirtschaftung verbundene Tierhaltung pflanzliche und tierische Erzeugnisse gewinnen, und dies unbeschadet der gewählten Rechtsform des Unternehmens.  

Haupterwerbsbetrieb:

  • Die Lebensfähigkeit ist gegeben, wenn die ökonomische Größe des Betriebes einen Gesamtstandardoutput von mindestens 75.000 € erreicht.
  • Die Arbeitszeit für ausserlandwirtschaftliche Aktivitäten des Betriebsleiters übersteigt nicht die Hälfte der Gesamtarbeitszeit und beträgt maximal 20 Std/Woche.
  • Der Betriebsleiter darf nicht Altersrentenempfänger sein.
  • Der Betriebsleiter darf das 65. Lebensjahr nicht erreicht haben.

Imker fallen unter die für Haupterwerbsbetriebe vorgesehene Beihilferegelung.

Nebenerwerbsbetrieb und Haupterwerbsbetrieb, welcher die Voraussetzungen laut Punkt 1)  nicht erfüllt.

  • Die Lebensfähigkeit ist gegeben, wenn die ökonomische Größe des Betriebes einen Gesamtstandardoutput von mindestens 25.000 € erreicht.
  • Der Betriebsleiter darf nicht Altersrentenempfänger sein.
  • Der Betriebsleiter darf das 65. Lebensjahr nicht erreicht haben.

Brennereibetriebe fallen unter die für Nebenerwerbsbetriebe vorgesehene Beihilferegelung.

Bei einem Betrieben welcher als Gesellschaft geführt wird, muss die Person oder die Personen (Betriebsleiter), die mit der Führung der Gesellschaft betraut sind, gemeinsam mit mindestens 40% am Gesellschaftskapital beteiligt sein.

Förderfähige Massnahmen

Gebäude und feste Einrichtungen

Gebäude und feste Einrichtungen, welche im Zusammenhang mit der Produktion, der Verarbeitung oder der Vermarktung der Erzeugnisse des Betriebes stehen, sind förderfähig.

Die Beihilfe ist für den  Haupterwerbsbetrieb begrenzt auf einen maximal förderfähigen Höchstbetrag, welcher individuell für jeden Betrieb für die Laufzeit des Agrargesetzes festgelegt wird. Berechnet wird dieser Höchstbetrag anhand der Jahresarbeitseinheiten (UTA) des Betriebes.

Der förderfähige Höchstbetrag ist für die Haupterwerbsbetriebe auf minimal 500.000 € und maximal 1.700.000 € pro Betrieb festgelegt.

Der individuelle, maximal förderfähige Höchstbetrag kann um 50% erhöht werden für Gebäude und feste Einrichtungen, welche zur Verarbeitung und zur Vermarktung dienen.

Beim Nebenerwerbsbetrieb und Haupterwerbsbetrieb, welcher die Voraussetzungen laut Punkt 1)  nicht erfüllt, ist der maximal förderfähige Höchstbetrag auf 250.000 festgelegt.

Maschinen

Die Beihilfe ist beschränkt auf innovative Maschinen, Maschinen, die positive Auswirkungen auf den Wasserschutz haben, die energiesparsam sind, die den Umweltschutz unterstützen und Maschinen, die zur Restrukturierung des Betriebes dienen.

Der maximal förderfähige Höchstbetrag für Maschinen beträgt 100.000 € pro Betrieb. Diese Investitionsobergrenze wird für Maschinen zur Bewirtschaftung von Steillagen im Weinbau um bis zu 100.000 € erhöht.

Die Liste der förderfähigen Investitionen befindet sich unter Anhang II der grossherzoglichen Verordnung vom 23. Juli 2016.

Die förderfähigen Höchstbeträge gelten dem 1. Juli 2014 bis zum 31. Dezember 2020.

Fördervoraussetzungen

Berufliche Qualifikation

Der Betriebsleiter muss eine Mindestausbildung und ausreichende berufliche Kompetenzen vorweisen.

Als ausreichende Fachkenntnisse gelten:

  • Eine landwirtschaftliche, weinbauliche oder gartenbauliche Ausbildung mit einem Diplom als Techniker, CATP oder DAP, gefolgt von einer 1-jährigen landwirtschaftlichen Berufserfahrung, davon mindestens 6 Monate auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ausland;
  • ein „diplôme de fin d’études secondaires ou secondaires techniques“ oder Diplom  als Techniker, CATP oder DAP, gefolgt von einer 2-jährigen landwirtschaftlichen Berufserfahrung, davon mindestens 6 Monate auf einem landwirtschaftlichen Betrieb im Ausland.

Die berufliche Qualifikation ist gegeben für die Betriebsleiter, welche beim Inkrafttreten des Gesetzes (01. Juli 2014) älter als 52 Jahre sind, sowie für die Empfänger einer Installierungsprämie im Rahmen der vorausgehenden Agrargesetze.

Jeder Junglandwirt, der ab 2009 seinen Abschluss erhielt, muss ein mindestens 6 Monate dauerndes Auslandspraktikum auf einem landwirtschaftlichen, garten- oder weinbaulichen Betrieb absolviert haben. Das Praktikum muss von der Landwirtschaftskammer anerkannt werden.

Die berufliche Qualifikation für Nebenerwerbsbetriebe und Haupterwerbsbetrieb, welcher die Voraussetzungen laut Punkt 1) nicht erfüllt, ist ebenfalls gegeben, wenn der Betriebsleiter eine mindestens 6-jährige landwirtschaftliche Berufserfahrung nachweisen kann.

Bei mehreren Betriebsleitern muss mindestens einer die berufliche Qualifikation vorweisen.

Allgemeine Voraussetzungen für die Investitionsbeihilfe

  • Die Mindestanforderungen in Bezug auf Umwelt, Hygiene und Tierschutz sind einzuhalten.
  • Der Antragssteller verfügt als Eigentümer oder in Erbpacht über das Grundstück, auf dem die bauliche Investition getätigt wird. Die Förderung betrifft nur Bauprojekte auf dem Territorium Luxemburgs.
  • Haupterwerbsbetriebe müssen eine Vorwegbuchführung von mindestens einem Jahr vorlegen und diese während mindestens 4 Jahren fortführen.

Auswahlverfahren und Selektionskriterien

Die Beihilfeanträge für Investitions- und Installierungsprojekte werden einem Auswahlverfahren unterzogen.

Die Selektionskriterien der verschiedenen Beihilfen und deren Bewertung nach Punkten sind im Anhang IV, V, VI und VII der großherzoglichen Verordnung festgelegt.

Um an dem Auswahlverfahren teilzunehmen, muss das Projekt eine Mindestpunktzahl erreichen.

Das Stichdatum für das erste Auswahlverfahren ist der 01. März 2017.

Alle drei Monate kommt es zu einem neuen Auswahlverfahren.

Die am besten eingestuften Projekte werden im Rahmen der zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel zurückbehalten.

Falls die zur Verfügung stehenden finanziellen Mittel einer Auswahlperiode nicht ausgeschöpft werden, so werden diese Mittel dem Finanzrahmen für die darauffolgenden Auswahlverfahren  hinzugefügt.

Projekte, die nicht zurückbehalten wurden, können auf Anfrage ein zweites Mal an einem späteren Auswahlverfahren teilnehmen.

Wesentlich abgeänderte Projekte werden als neue Anträge angesehen und unterliegen einer neuen Bewertung nach den Selektionskriterien.

Art und Höhe der Förderung

Die Investitionsbeihilfe wird gewährt für Wirtschaftsgebäude, feste Einrichtungen und Maschinen, die sich durch eine rationale und effiziente Nutzung der Ressourcen und der Produktionsmittel auszeichnen.

Haupterwerbsbetrieb (Art. 3):

Beihilfesätze:

  • Wirtschaftsgebäude
    inklusive Infrastruktur- und Baunebenkosten, feste Einrichtungen:
    40%
    • Zusatzbeihilfe Junglandwirte: 15%
    •  Zusatzbeihilfe auf den Kosten der Leckerkennung bei Zisternen, Fahrsilos und Lagerplätzen: 20%
  • Maschinen: 20%

Nebenerwerbsbetrieb (Art. 9) und Haupterwerbsbetrieb,
welcher nicht alle Voraussetzungen laut Artikel 3 erfüllt:

Beihilfesätze:

  • Wirtschaftsgebäude
    inklusive Infrastruktur- und Baunebenkosten, feste Einrichtungen:
    25%
    • Zusatzbeihilfe auf den Kosten der Leckerkennung bei Zisternen, Fahrsilos und Lagerplätzen: 20%
  • Maschinen: 20%

Antragstellung

  • Das vorgedruckte individualisierte Antragsformular wird dem Antragsteller auf Anfrage zugestellt.
  • Der Antrag muss vor Beginn der Investition eingereicht werden.

Die Investition darf erst nach der ministeriellen Genehmigung der Beihilfe ausgeführt werden. Diese Bestimmung gilt nicht für Investitionen, die zwischen dem 1. Juli 2014 und dem ersten Tag des siebten Monats nach Inkrafttreten des Gesetzes ausgeführt werden (1. März 2017). Für diese Investitionen war der Beihilfeantrag vor Ausführung der Investitionen einzureichen.

  • Die benötigten Genehmigungen des Bauprojektes müssen vorliegen.
  • Die Bau- und Lagepläne sind dem Antrag beizufügen.

Bei Gebäuden und festen Einrichtungen mit einem Kostenpunkt
über 150.000 € müssen folgende Unterlagen vorliegen:

  • Bescheinigung eines Bankinstitutes hinsichtlich der benötigten Finanzierungsmittel.
  • Nachweis einer ökonomischen Beratung (conseil économique),
  • gegebenenfalls, Nachweis einer landwirtschaftlichen Beratung (conseil agricole).

Die landwirtschaftliche Beratung gilt für Bauprojekte, die

  1. von einem Junglandwirt ausgeführt werden,
  2. auf einem Betrieb getätigt werden, der auf einen neuen Standort in die Grünzone aussiedelt oder,
  3. auf einem Betrieb getätigt werden, der mindestens 50% seiner Betriebsfläche in ausgewiesenen Schutzzonen, in Biotopen oder in  ausgewiesenen Wasserschutzzonen bewirtschaftet.
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