GIS – Das geographische Informationssystem

Geodaten für die Landwirtschaft

Im Bereich der Landwirtschaft stellen Geodaten eine wichtige Informationsgrundlage dar, da raumbezogene Eigenschaften die landwirtschaftliche Produktion sehr differenziert beeinflussen und parzellenspezifische Maßnahmen erforderlich machen.

Geodaten werden sowohl in der landwirtschaftlichen Verwaltung wie auch in Beratung und Produktion seit langer Zeit intensiv genutzt. Die GIS-Abteilung der ASTA arbeitet laufend an der Erstellung neuer Geodaten in verschiedenen Fachbereichen. Diese werden in der Analyse verschiedenster thematischer Fragen in den Bereichen Statistik, Umwelt, Produktion, Planung, Monitoring, u.s.w. eingesetzt.

Das geographische Informationssystem

Als geographisches Informationssystem bezeichnet man die Gesamtheit der Hard- und Softwarekomponenten, die zur Erfassung, Verwaltung, Analyse und Darstellung von raumbezogenen Daten notwendig sind.

 

Durch den Einbezug einer raumbezogenen Komponente ins Antragsverfahren für die  Agrarförderungen wurde die GIS-Technologie im Bereich der Landwirtschaft stark gefördert. Seit 2005 wurden spezifische Anwendungen zur effizienten Verwaltung der landwirtschaftlichen Geodaten entwickelt. Heute ist die GIS- Technologie die Basistechnologie der landwirtschaftlichen Informationsverarbeitung geworden.

Das System zur Identifizierung der landwirtschaftlichen Parzellen

Das System zur Identifizierung der landwirtschaftlichen Parzellen ist eine der wichtigsten Informationsgrundlagen, da es einerseits die Referenzgröβen für die Beantragung der Flächenprämien der  1. und 2. Säule bildet, andererseits aber auch erlaubt flächenbezogene Analysen in verschiedensten Bereichen landesweit, regional oder parzellenspezifisch durchzuführen.

Die Verordnung 1306/2013 sieht vor dass alle Mitgliedstaaten ein System zur Identifizierung landwirtschaftlicher Parzellen basierend auf Karten, Katasterunterlagen oder anderen kartographischen Unterlagen aufbauen. Die verwendeten Techniken stützen sich auf computergestützte, geografische Informationssysteme, einschließlich Luft- oder Satellitenorthobildern mit homogenem Standard, der mindestens eine dem Maßstab 1:5000 entsprechende Genauigkeit gewährleistet.

In Luxemburg wurde das schlagbasierte Parzellenreferenzsystem (FLIK-Parzellen) erstmals im Jahr 2005 auf Basis der Luftbilder von 2004 gemäß den sichtbaren Bewirtschaftungsgrenzen digital erfasst. Seither wir das System kontinuierlich an Hand aktueller Luftbilder per Luftbild- interpretation überarbeitet. Unklare Grenzverläufe sowie rezente Nutzungsänderungen werden vor Ort per GPS vermessen. Hier wird dann ebenfalls eine Beurteilung der Prämienfähigkeit der Parzellen vorgenommen. Durch das aufwendige Aktualisierungsverfahren kann ein System von höchster Qualität und Aktualität gewährleistet werden, was durch den jährlichen von der Kommission veranlassten Qualitätstest bezeugt wird.

Ab dem 28 April 2017 gilt folgende großherzogliche Verordnung zur Aktualisierung des Systems zur Identifizierung der landwirtschaftlichen Parzellen:

Änderung von FLIK-Parzellen

Ändert sich die Nutzfläche einer Parzelle (z.B. durch Bebauung, Erschlieβung, Entbuschung) mit direktem Einfluss auf die FLIK-Grenzen, so müssen diese FLIK-Änderungen bei der GIS-Abteilung der ASTA gemeldet werden. Diese Mitteilung erfolgt mit Hilfe des folgenden Formulars bis zum 1. November mit Hinblick auf die folgende Antragsperiode. Ein Luftbild mit Angabe der FLIK- Änderung ist hinzuzufügen.

Anpassungen von FLIK-Parzellen können nicht im Rahmen des Flächantrages gemeldet werden.

Aktivierung von FLIK-Parzellen

FLIK-Parzellen, welche über die letzten 3 Jahre nie gemeldet wurden, werden von der ASTA deaktiviert und sind nicht mehr prämienfähig. Um sie für die Flächenprämien melden zu können muss eine entsprechende Anfrage mit Hilfe des folgenden Formulars bis spätestens den 15. Mai des laufenden Antragsjahres erfolgen. Der Nachweis des Nutzungsrechtes ist mitzuliefern.

Seit 2015 muss das System außerdem eine Referenzschicht zur Verwaltung der im Umweltinteresse genutzten Flächen beinhalten. Als „ökologisch wertvolle Flächen“ (oder EFA-Flächen) werden hier die im Rahmen der Cross-compliance geschützten Landschaftselemente (Hecken/Gehölzstreifen, Baumreihen, Feldgehölze, Einzelbäume und Weiher) sowie die Waldrandstreifen gezählt. Alle Elemente werden seit 2015 per Luftbildinterpretation in Form von Referenzdatensätzen verwaltet und im 3-Jahres Rhythmus aktualisiert.

Änderung und Neumeldung von Landschaftselementen

Änderungen sowie Neumeldungen von Landschaftselementen und Waldrandstreifen können übers ganze Jahr mit Hilfe des folgenden Formulars an die GIS-Abteilung der ASTA gemeldet werden. Hier ist ein Luftbild mit präziser Angabe der gewünschten Änderungen beizufügen.

Das Geoportal als Hilfestellung zur Abfrage von Informationen zu Parzellen und Landschaftselementen sowie zur Antragsstellung

Im thematischen Kartenfenster „Landwirtschaft“ des Geoportals http://agriculture.geoportail.lu bietet die ASTA und die Katasterverwaltung die Möglichkeit sowohl die FLIK-Parzellen wie auch die ökologisch wertvollen Flächen (Landschaftselemente und Waldränder) online über das Geoportal abzurufen. Hier können Landwirte und Winzer neu bewirtschaftete Flächen leicht identifizieren, Schlaggröβen bei FLIK-Unterteilungen präzise abschätzen und die Dimensionen der einzelnen Landschaftselemente abfragen oder prüfen. Zusätzlich bietet das Geoportal Landwirtschaft die Möglichkeit wichtige Geodaten aus anderen Bereichen wie Wasser, Umwelt, Boden oder Klima mit den FLIK-Parzellen zu überlagern damit der Landwirt sich über diverse Einwirkungen auf seine Flächen informieren kann.

Das Geoportal bietet außerdem die Möglichkeit, Luftbilder zu erstellen mit Hilfe welcher der Landwirt sowohl bei der ASTA wie beim Service d’Economie Rurale verschiedenen Anträge vervollständigen kann. So braucht er zum Beispiel im Rahmen der Antragstellung für neue Parzellen keine zusätzlichen Luftbilder mehr beim Service d’Economie Rurale anzufordern sondern kann diese direkt aus dem Geoportal beziehen.

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