Tierzucht

Die landwirtschaftlichen Nutztiere bilden mit ihren Erzeugnissen - Milch und Fleisch - den wichtigsten Anteil der heimischen Landwirtschaft (50 %). Zählt man die für die Viehwirtschaft benötigten Futterpflanzen hinzu, liegt der Wert bei 75 %.

Milch- und Fleischrinder

Mit einem Anteil an über 50 % Grünlandflächen ist Luxemburg ein Grünlandstandort, der sich besonders für die Zucht und Haltung von Milch- und Fleischrindern eignet. Luxemburg zählt aktuell 200.000 Rinder (Stand: 2017), darunter 47.000 Milchkühe und 29.000 Mutterkühe. Bei den viehhaltenden Betrieben gibt es 515 spezialisierte Milchviehbetriebe, 347 Betriebe, welche auf Aufzucht und Mast spezialisiert sind und 166 Betriebe mit beiden Bewirtschaftungszweigen. Bei den Milchviehrassen bilden die Rassen Holstein Schwarzbunt und Rotbunt die am stärksten vertretenen Milchviehrassen. Bei den Fleischrinderrassen dominieren die Rassen Limousin, Aubrac und Charolais. In etwa 7 % aller Mutterkühe sind Herdbuchkühe und nehmen an einem offiziell anerkannten Fleischleistungskontrollprogramm teil. Die Milchkontrolle kennzeichnet eine fast integrale Teilnahme aller milchviehhaltenden Betriebe. Aufgrund der relativ geringen Populationsgrößen pflegen die Luxemburger Tierzuchtorganisationen zwecks Anbindung an die Zuchtwertschätzung enge Kontakte zu ausländischen Partnerorganisationen. Aufgrund des hohen Veredlungsgrades findet die Produktion von Rindfleisch überwiegend im Rahmen von regionalen oder nationalen Qualitätsfleischprogrammen statt. Bei der Milchproduktion erfolgt die Milchanlieferung zur Hälfte an eine nationale Molkerei, die restliche Milch wird von ausländischen Molkereien angekauft.

Schweine

Die einheimische Schweinepopulation umfasst 95.000 Tiere (Stand: 2017), davon 5.400 Zuchtsauen. Durch seine nationale Förderpolitik versucht der Luxemburger Staat, die Ferkel erzeugenden und geschlossenen Betriebe verstärkt zu fördern. Die Zucht von Sauen findet vorwiegend auf der Anlage „Kuelbecherhaff“ statt. Von hier aus werden die Luxemburger Schweinezuchtbetriebe mit Jungsauen und Ebersperma beliefert. Luxemburg verfügt über keine eigene Schweinezuchtgenetik. Die Luxemburger Schweinefleischproduktion wird überwiegend im Rahmen eines nationalen Schweinefleischqualitätsprogramms valorisiert.

Schafe- und Ziegen

Schaf- und Ziegenzucht finden vorwiegend als Hobbyhaltung statt. Zahlreiche Schaf- und Ziegenrassen werden von den hiesigen Schafzuchtverbänden betreut. Dennoch verfügt Luxemburg über einige größere Milchziegenherden, davon einzelne mit hofeigener Käseproduktion. Dazu gibt es einige größere Herden mit mehr als 100 Mutterschafen, welche Lämmer zur Fleischproduktion erzeugen. Die holländische Rasse Texel stellt die dominierende Schafrasse dar (Stand: 2017).

Geflügel- und Kaninchen

In Luxemburg findet mit Ausnahme der Hobbyzucht von Geflügel- und Kaninchenrassen keine kommerziell ausgerichtete Geflügelzucht statt. Die Kleintierzucht wir betreut durch zahlreiche Lokalvereine, welche als Dachverband zusammengeschlossen sind. Zur Förderung der Kleintierzucht werden staatlich subventionierte Kleintierzuchtanlagen gebaut. Luxemburg verfügt über 8 Legehennenbetriebe mit mehr als 1.000 Legehennen, davon produzieren 5 nach konventionneller Art und 3 sind biologisch ausgerichtet. Insgesamt werden 100.400 Legehennen auf diesen Betrieben gehalten (Stand: 2017).

Pferde

Die Pferdezucht charakterisiert sich in Luxemburg durch eine kleine, aber durchaus feine Zuchtpopulation. Neben dem Luxemburger Reitpferd ist die vom Aussterben bedrohte und daher geschützte einheimische Kaltblutrasse „Ardennerpferd“ dank der Unterstützung durch Fördermittel und dem Engagement der Züchter zahlenmäßig am zweitstärksten vertreten. Daneben erfreut sich das Haflinger Pferd einer recht großen Beliebtheit.

 

Die Tierzucht ist nach strengen europäischen Tierzuchtbestimmungen ausgerichtet. Die tierzüchterischen Aktivitäten wie Herbuchführung, Leistungsprüfung und Zuchtwertschätzung, sowie die Austragung von Tierwettbewerben werden von anerkannten Zuchtorganisationen organisiert. Neben der Verbesserung der Milch- und Fleischeigenschaften wird im Rahmen der Zuchtprogramme auch auf Merkmale wie Fruchtbarkeit, Langlebigkeit und sonstige für eine nachhaltige Produktion relevante Merkmale geachtet. Die Tierzuchtstelle der Administration des services techniques de l'agriculture (ASTA) ist mit der Organisation und Überwachung der Einhaltung der Rechtsvorschriften beauftragt. Der Luxemburger Staat unterstützt die Zuchtorganisationen mit entsprechenden Fördermitteln.

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