Rettung wertvoller Rebbestände vor dem Aussterben

Genressourcenweinberg des IVV

In Zusammenarbeit mit der Forschungsanstalt Geisenheim wurden 2008 in unserem Weinbaugebiet alte Weinreben gesucht. Diese Reben wurden in Geisenheim auf Virusbefall getestet, gesundes Material wurde 2010 anschliesslich in Remich zwecks Erhalt dieser Genressourcen gepflanzt.

Im Rahmen mehrer Diplomarbeit in Zusammenarbeit mit dem DLR Mosel und der FH in Geisenheim wurden diese alte Rebbestände auf deren genetische Vielfalt überprüft. Ziel ist es, wertvolles genetisches Rebmaterial für zukünftige Generationen zu erhalten. Wichtig ist es, diese wertvollen Rebbestände vor dem Aussterben rechzeitig zu sichern.  (Bacherthesis Ben Duhr)

Ergebnisse:

Das Augenmerk der Selektion lag bei den Reifegraden und dem Botrytisbefall: darauf ideale Klone für die Stillweinbereitung, Die Klone WE; SE 1-2, RE; SE 8-11 und RE; 17 Gm fielen hier besonders positiv auf. (Bacherthesis Nikolai Hemmerling)

Geringer Biegeindex, geringer Befall durch Botrytis cinerea und mittlere aber dafür qualitätsorientierte Erträge stellen die Charakteristika der „Reben der Zukunft“ dar, welche den Winzern zur Verfügung stehen sollten. Mit diesen Reben wären Winzer in der Lage ihre „genetisch-monotonen“ Weinberge mit „neuem“ Material aufzufrischen und somit fit für die Zukunft zu machen. Aufbauend auf den Ergebnissen dieser Untersuchung wird empfohlen, die Klone RE; JB 12-8 r und RE; SE 8-11 GM einer weiteren fortlaufenden Beobachtung zu unterziehen. (Masterarbeit  Christian Hach)

Pinot Noir Klonenanlage

Das DLR Mosel hat in Kooperation mit dem Weinbauinstitut in Remich eine Spätburgunder Klonenanlage im Weinbauinstitut in Remich erstellt.  Dabei handelt es sich um 4 Klone des Ahrwinzers Herrn Wilfried Huff, die unter der Mitwirkung  von Herrn Alfons Klippel-Stahmann selektioniert wurden. Hinzu kommen drei interessante Klone von der französischen Mosel, die von Herrn Gerd Schenden selektioniert wurden und der schon bekannte Qualitätsklon von Ahrweiler, der  AW 6 – 38.

Ergebnisse:

Der Huffklon Nr. 1 ist in allen Jahren der ertragsstärkste Klon, weist nur eine leichte Mischbeerigkeit auf, ist aber dennoch relativ wenig von Botytis befallen ( 3,6 % BS ) . Die Weinqualität ist  immer sehr ansprechend. Der Klon Huff 25 zeigt eine deutlich höhere Mischbeerigkeit, ist sehr botytisfest, bringt mittlere Erträge ( ca. 80 kg/ar ) und dementsprechend sehr gute, feinaromatische Qualitäten.  Der Klon A 33 von der französischen Mosel zeigt die lockerste Traubenstruktur mit einem hohen Anteil kleiner Beeren. Auch er bringt es bei mittleren Erträgen zu sehr guten Qualitäten.

Zum letzten Mal aktualisiert am