Begrünungsmanagement

Funktion und Auswahl von Begrünungen

1.) Begrünungssyteme

Begrünungssysteme im Weinberg sind sehr vielfältig. Man unterscheidet zwischen:

  • ganzflächiger Begrünung
  • teilflächiger Begrünung
  • Dauerbegrünung
  • verschiedene Arten der Begrünungssaat

Vorteile:

Die Begrünung der Böden hat überwiegend positive Auswirkungen auf die Beschaffenheit der Weinbergsböden:

  • Aktivierung des Bodenlebens
  • Verbesserung des Wasserspeichervermögens
  • bessere Nährstoffverfügbarkeit und Tragfähigkeit der Böden
  • Verringerung der Bodenerosion
  • Vergrößerung der Artenvielfalt
  • verringerte Nitratauswaschung
  • geringere Anfälligkeit für Pilzkrankheiten

Mögliche Nachteile:

  • Wasserstress
  • unzureichende Nährstoffversorgung der Rebe 

2.) Auswahl und Funktionen von Begrünungen: 

Sommerbegrünung:

Diese Begrünungen sind einjährig und sollten ab Mitte bis Ende April eingesät werden. Sommerbegrünungen sind besonders empfehlenswert im Falle einer feuchter Vegetationsperiode, einerseits als Stickstofffänger zur Fäulnisredutzierung und andererseits als Erosionsschutz bzw. Nitratauswaschung.
geeignete Pflanzen:
- Böden mit mittlerer Wüchsigkeit: Phacelia, Buchweizen, Senf, Sommerwicke, Weissklee, Gelbklee
- schwachwüchsige Böden: Mischung mit erhöhtem Leguminosenanteil: Ackerbohne, Erbse, Sommerwicke, Phacelia (Blütepflanze)
- starkwüchsige Böden:  Mischung mit niedrigerem Leguminosenanteil: Gelbsenf, Phacelia, Buchweizen, Ölrettich, Gelbklee, Inkarnatklee

Winterbegrünung :

Die Winterbegrünung dient zur Bodendeckung und -stabilisierung über Winter und wird im Frühjahr wieder umgebrochen. Der Saattermin liegt etwa Mitte Juli/Ende August. Die Leguminosen bilden hier einen wichtigen Bestandteil, da sie im nächsten Frühjahr Stickstoff fixieren, der den Reben dann nach dem Umbruch zur Verfügung steht. Die höchste Wasser- und Nährstoffaufnahme erfolgt erst im Frühjahr und damit auch erst der eigentliche Aufwuchs. Die Gefahr von Spätfrösten muss bei Wintereinsaaten ebenfalls berücksichtigt werden. Sind frostige Temperaturen vorhergesagt, dann sollte die Begrünung vorzeitig gewalzt oder gemulcht werden. In jüngeren Ertragsanlagen und auf trockenen Standorten, die für ihre Wasserknappheit bekannt sind, sollte die Winterbegrünung tendenziell früher (Anfang Mai) eingekürzt oder umgebrochen werden.

geeignete frostfeste Pflanzen Winterwicken (70 kg/ha), Wintererbsen (110 kg/ha), Winterraps (ca. 12 kg/ha), Winterweizen (ca. 150 kg/ha), Winterroggen. (ca. 120 kg/ha). Die Aussaatmenge bezieht sich auf eine Streifensaat in jede Rebgasse. 

Mehrjährige Begrünung:

Hierbei handelt es sich um artenreiche und vielseitige Begrünungsmischungen, die die Struktur der Böden verbessern, Verdichtungen beheben, das Bodenleben aktivieren, sowie zahlreiche Insekten und Nützlinge anziehen. Diese Mischungen sind auch unter Wolffsmischung oder Rummelmischung bekannt und erhältlich. Die Aussaatmenge liegt bei 40 - 45 kg/ha ganzflächig. Diese vielfältige Begrünungsmischungen sollten nicht gemulcht, sondern vielmehr "gewalzt" werden. Das Walzen sollte aber erste nach der Blüte der Hauptgemengeanteile erfolgen. Dieser Vorgang knickt die Stengel der Pflanzen und ermöglicht somit ein Wiederaufkommen im nächsten Jahr. Darüberhinaus bietet die Walzdecke einen optimalen Verdunstungsschutz bei heissen und trockenen Sommern.

Es bietet sich eine Vielzahl von verschiedenen Begrünungspflanzen an. Eintscheidend ist vor allem die Zielsetzung der Einsaat. Aber auch die Bodenbeschaffenheit und die Wüchsigkeit der Anlage müssen Berücksichtigung finden.  

Folgende Tabelle gibt eine Hilfestellung für die gewünschten Eigenschaften der Pflanzen vor der Aussaat:

 

Die Rebzeilen in denen eine Einsaat geplant ist, sollten rechtzeitig umgebrochen sein. Nach 1 bis 2 Wochen kann anschließend das Saatbett mit Fräse und Kreiselegge vorbereitet werden. Das Anwalzen des Saatbettes mit einer Prismenwalze fördert die Entwicklung des Bewuchses und ist besonders wichtig in trockenen Perioden.  

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