Phomopsis viticola

Schwarzfleckenkrankheit

Biologie und Schadbild

An den grünen Triebachsen sind im Sommer an den untersten Internodien schwarzbraune, längliche Flecken sichtbar. Diese reißen durch das Wachstum der Triebe an der Oberfläche auf und verschorfen schiffchenförmig. Über den Winter färbt sich die Borke dieser befallenen Triebe zunehmend weiß. Die Verschorfungen heben sich dunkel ab und es werden fruchtkörperähnliche Pyknidien als schwarze Punkte auf der hellen Trieboberfläche sichtbar.
Im Frühjahr werden bei ausreichender Feuchtigkeit Sporen aus den Fruchtkörpern (Pyknidien) entlassen. Diese verbreiten sich bei Regenfällen mit abfließendem Wasser und führen in der Austriebsphase bei andauernd hoher Luftfeuchte (ca. 12 Stunden) zu Infektionen an Blättern und grünen Triebachsen. An den Blättern erscheinen kleine chlorotische Flecken, die im Zentrum nekrotisieren. Später kräuseln und reißen die Blätter auf. Die Infektionen sind besonders massiv, wenn die Reben bei kühleren Temperaturen und Feuchtigkeit zwischen dem Knospenaufbruch und dem 3-Blatt-Stadium ins Stocken geraten.

An den grünen Triebachsen erscheinen die oben beschriebenen braunschwarzen, länglichen Flecken.  

Phomopsis vitcola Blattnekrosen
Phomopsis vitcola Blattnekrosen
©Hochschule Geisenheim
Phomopsis viticola Triebnekrosen
Phomopsis viticola Triebnekrosen
©Hochschule Geisenheim

Bekämpfung

Eine Bekämpfung sollte erfolgen, wenn Pyknidien (schwarze Punkte) auf hellem einjährigem Holz und schiffchenförmige Aufreißungen sichtbar sind. Wichtigster Behandlungszeitraum ist in betroffenen Anlagen von Beginn des Knospenaufbruchs bis zum 5-Blatt-Stadium, da der ungeschützte Triebanteil in der Austriebsphase binnen kürzester Zeit stark zunimmt. Eine gute Wirkung haben Folpan, Dithiocarbamate (Mancozebprodukte, Polyram) sowie Strobilurine (Quadris, Flint, Candit). Die Behandlungen sind vorbeugend, vor Niederschlägen, durchzuführen.

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