Pressemitteilung
Die Maul- und Klauenseuche (MKS) ist wieder in Europa aufgetreten. Nach einem bestätigten Fall in Deutschland im Januar 2025 wurden nun mehrere Fälle dieser hochansteckenden Viruserkrankung in Ungarn und der Slowakei offiziell gemeldet.
Da ein MKS-Ausbruch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen haben könnte, überwacht die luxemburgische Veterinär- und Lebensmittelverwaltung (ALVA) die Situation aktiv und prüft mögliche epidemiologische Zusammenhänge mit Tierbewegungen aus den betroffenen Gebieten.
Es gibt aktuell keine Einschränkungen bezüglich Tierbewegungen innerhalb Luxemburgs. Tierhalterinnen und Tierhalter werden dennoch dringend dazu aufgerufen, ihre Biosicherheitsmaßnahmen zu überprüfen und konsequent einzuhalten.
Empfehlungen der ALVA für Tierhalterinnen und Tierhalter
Da die epidemiologischen Untersuchungen in den betroffenen Gebieten noch nicht abgeschlossen sind, empfehlt die ALVA, bis auf Weiteres Zukäufe von Klauentieren aus den betroffenen Gebieten auf ein Minimum zu beschränken.
Steckbrief der Maul- und Klauenseuche (MKS)
Die MKS ist eine hochansteckende Viruserkrankung, die vor allem Klauentiere wie Rinder, Schafe, Ziegen und Schweine befällt. Bei Masttieren können geringere Gewichtszunahmen und geminderte Milchleistungen beobachtet werden. Da die Krankheit bei erwachsenen Tieren häufig ohne äußerlich sichtbare Symptome verläuft, kann sich die Seuche unbemerkt sehr schnell ausbreiten. Auch verschiedene Zoo- und Wildtiere sind empfänglich. Betroffene Tiere bekommen Fieber, werden apathisch und leiden unter blasenartigen Läsionen (Aphthen) und Erosionen an Schleimhäuten sowie an unbehaarten Hautpartien im Bereich des Mauls und der Klauen.
Das Virus wird durch direkten Kontakt zwischen infizierten Tieren sowie deren Körperausscheidungen übertragen. Die Bekämpfung der Seuche erfolgt in der Regel durch Keulung der betroffenen Tiere.
Für den Menschen ist der Verzehr von Lebensmitteln wie Milch oder Fleisch von infizierten Tieren unbedenklich. Eine große Gefahr der Einschleppung besteht durch infizierte Tiere sowie kontaminierte tierische Produkte.
Steckbrief Maul- und Klauenseuche des Friedrich Loeffler Instituts
Aktuelle Situation in Ungarn und der Slowakei
Am 7. März 2025 informierten die ungarischen Veterinärbehörden über einen bestätigten Ausbruch der Maul- und Klauenseuche im ungarischen Komitat Győr-Moson-Sopron.
Am 21. März 2025 wurden drei Ausbrüche der Maul- und Klauenseuche im Süden der Slowakei bestätigt. Ein weiterer Fall kam am 25. März dazu. Die betroffenen Betriebe befinden sich in oder in der Nähe einer Überwachungszone, die im Zusammenhang mit dem ungarischen MKS-Ausbruch eingerichtet wurde.
Am 26. März 2025 wurde ein zweiter Ausbruch der Maul- und Klauenseuche in Ungarn offiziell bestätigt. Ein Betrieb mit 3.000 Milchrindern ist betroffen, welcher sich in der Gemeinde Levél im Komitat Győr-Moson-Sopron, nahe der Grenze zu Österreich befindet.
Der MKS-Virusstamm, der in Ungarn und der Slowakei nachgewiesen wurde, unterscheidet sich genetisch vollständig von dem Stamm, der im Januar 2025 in Deutschland festgestellt wurde.
Weitere Informationen:
ALVA
Tel: 247-82539
info@alva.etat.lu
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