Antibiotikaresistenzen

Antibiotikaresistenz ist als eine der größten Bedrohungen für die öffentliche Gesundheit in Europa und weltweit anerkannt.

In Luxemburg ist der Antibiotikaverbrauch im Bereich der Humanmedizin einer der höchsten unter allen EU-Ländern. Bei Nutztieren ist Luxemburg einer der geringsten Antibiotikakonsumenten. Einige kritische Antibiotika werden in diesem Sektor jedoch häufig eingesetzt. Sowohl im Bereich der menschlichen als auch der tierischen Gesundheit müssen Anstrengungen unternommen und Fortschritte erzielt werden.

Nationaler Antibiotikaplan 

Im Jahr 2018 wurde in Luxemburg der Nationale Antibiotikaplan eingeführt. Sein übergeordnetes Ziel ist es, das Auftreten, die Entwicklung und die Übertragung von Antibiotikaresistenzen in Luxemburg mit einem One-Health-Ansatz zu reduzieren.

Es wurden mehrere strategische Schwerpunkte entwickelt, um das allgemeine Ziel des Plans zu erreichen.

Für die gesamte Laufzeit des Plans wurde ein Nationales Antibiotikakomitee (NAC) eingerichtet, das alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen überwacht. Der Direktor der ALVA ist Co-Vorsitzender des Nationalen Antibiotikakomitees, welches die Aufgabe hat, die Aktivitäten im Zusammenhang mit Antibiotikaresistenz auf nationaler Ebene zu überwachen und zu verfolgen, Arbeitsgruppen einzurichten und dauerhafte Partnerschaften auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene ins Leben zu rufen.

Arbeitsgruppen

Auf praktischer Ebene wurde innerhalb der ALVA eine Arbeitsgruppe „Behandlung, Diagnose, Prävention und Eradikation (TDPE)“ eingerichtet, die sich auf den Bereich der Tiergesundheit konzentriert.

Die Arbeitsgruppe trifft sich mehrmals im Jahr, diskutiert verschiedene Themen und führt konkrete Maßnahmen zur Sensibilisierung des Sektors (Tierärzte und Landwirte) durch. Eine zweite Arbeitsgruppe „Überwachung“ wurde ebenfalls eingerichtet. Ein Vertreter der ALVA ist auch hier Teil dieser Arbeitsgruppe. Jedes Jahr im Herbst findet eine Kampagne zur Sensibilisierung der Öffentlichkeit für das Thema Antibiotikaresistenz statt. Die ALVA ist Mitorganisatorin dieser Kampagne und ist zuständig für den Bereich Tiermedizin. Gemäß Artikel 57 der Verordnung (EU) 2019/6 des Europäischen Parlaments und des Rates sind die Mitgliedstaaten verpflichtet, relevante und vergleichbare Daten über das Verkaufsvolumen und die Verwendung von antimikrobiellen Arzneimitteln bei Tieren zu erheben.

Datenbank

Die Mitgliedstaaten müssen die gesammelten Daten über das Verkaufsvolumen und die Verwendung nach Tierarten und nach Kategorien antimikrobieller Arzneimittel, die bei Tieren eingesetzt werden, an die Arzneimittel-Agentur übermitteln.

In diesem Rahmen wurde die Datenbank „ALVA Administration des médicaments aux cheptels“ von der ALVA in enger Zusammenarbeit mit dem CTIE erstellt, die seit dem 1. Januar 2023 auf My Guichet online ist:

Die Daten über den Einsatz von Antibiotika in den Betrieben müssen also in die Datenbank eingegeben werden, und zwar mindestens 2 Mal pro Jahr.

Um die Daten eingeben zu können, muss eine Zertifizierung der Tierarztpraxis auf der MyGuichet-Website (im Abschnitt „Voraussetzungen/Im Vorfeld zu erledigende Schritte“) vorgenommen werden. 

Weiterbildung

Die Arbeitsgruppe „Behandlung, Diagnose, Prävention und Eradikation (TDPE)“ organisiert regelmäßig Weiterbildungen zur Reduzierung des Einsatzes von Antibiotika. Die erste dieser Weiterbildungen hatte zum Thema die Biosicherheit auf Betrieben. Es ist wissenschaftlich belegt, dass eine verbesserte Biosicherheit auf einem Betrieb den alltäglichen Gebrauch von Antibiotika sowie die damit zusammenhängende Entwicklung von Resistenzen verringert. Die Unterlagen dieser Weiterbildung finden Sie unter „Mehr dazu“. 

 

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