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Verbesserung der Effizienz im Pansen der KüheProjektziele
Mit Hilfe von gezielteren und detaillierteren Futteranalysen und damit verbundenen Futterrationsberechnungen soll die Effizienz im Pansen der Kühe verbessert werden und vor allem die Eiweiß-/Stickstoffeffizienz in der Milcherzeugung gesteigert werden. Es wird erwartet, dass die Kühe somit weniger unverwerteten Stickstoff ausscheiden, wodurch das Potential zur Bildung von Ammoniakemissionen gemindert wird.
Beschreibung
Durch die Berechnungen der Eiweißautarkie auf Milchviehbetrieben im Rahmen des Interreg-Projekts „Autoprot“ (mit CONVIS als Hauptpartner), wurde erkannt, dass ein bedeutender Anteil des auf den Milchviehbetrieben erzeugten Eiweißes nicht effizient von den Tieren genutzt und in Form verschiedener Stickstoffverbindungen wieder ausgeschieden wird. Diese Ausscheidungen stellen einerseits einen ökonomischen Verlust für die Betriebe dar, belasten andererseits aber auch die Umwelt, etwa in Form von Ammoniak. Im Zuge der EU-NEC Direktive sollen die Ammoniakemissionen aus der Landwirtschaft bis zum Jahr 2030 um 22 % reduziert werden, sodass spätestens jetzt umsetzbare Möglichkeiten gefunden werden müssen, die es erlauben dieses Ziel zu erreichen. Demnach stellt sich die Frage, wie das eigenbetrieblich produzierte Eiweiß effizienter von den Milchkühen genutzt werden kann und der Eintrag in die Umwelt über die Fütterung gesenkt werden kann.
Dauer
2023-2025 (3 Jahre)
Projektträger
Partner
Acht landwirtschaftliche Milchproduktionsbetriebe mit einer Betriebsgröße zwischen 45 und 300 Milchkühen. Davon werden sieben Betriebe konventionell und einer ökologisch bewirtschaftet.
Resultate
Lässt sich die N-Effizienz in der Fütterung von Milchkühen mit Hilfe der CNCPS-Proteinfraktionierung verbessern?
CNCPS-Proteinfraktionierung ist ein performantes Tool:
- für gezieltere Rationsberechnung, vor allem durch zahlreiche, detaillierte Kennzahlen zu betriebsindividuellem Grundfutter.
- Das Tool ermöglicht eine hohe Effizienz in der Fütterung.
- Bei 2/3 der am Projekt teilnehmenden Betriebe konnte die N‑Effizienz gesteigert werden.
- Der Erfolg der N-Effizienz ist aber auch von zahlreichen externen Faktoren abhängig. Voraussetzungen für das Erreichen einer guten N-Effizienz sind daher ein gutes Management und eine gute fachliche Praxis im Stall (gute Platzverhältnisse, Hygiene im Tierbereich, gute Futterqualität, Herdengesundheit)
- Ein wichtiger Hebel ist die Proteinlöslichkeit in der Ration und der TS-Gehalt der Grassilage. Die Proteinqualität wird wesentlich durch den Gärverlauf und die Gärqualität beeinflusst. Ein Anwelkgrad von 30 bis 40 % TS wird nach wie vor als optimal angesehen, um eine gute Gärqualität zu gewährleisten. Feuchte Silagen und ein hoher Gehalt an Rohasche fördern dagegen den Abbau von Proteinen und bewirken eine hohe Proteinlöslichkeit, was die Proteinqualität mindert.
- Verschmutzungen bergen insbesondere das Risiko bodenbürtige Clostridien mit ins Futter zu bringen. Clostridien können im Silierprozess unerwünschte Buttersäure bilden und das wertvolle im Siliergut enthaltene Eiweiß abbauen. Eine Steuerung ist durch verschiedene Parameter, wie Schnitthöhe, Zeitpunkt der Gülleausbringung, Ausbringtechnik, TS- und Feststoffgehalt der Gülle möglich.
- Die gewonnene Erfahrung mit dem CNCPS System zeigt, dass das Potential nicht nur in der Proteinfraktionierung, sondern auch in der Fraktionierung der Kohlenhydrate und der Einschätzung der Verdaulichkeiten der Nährstofffraktionen und einer effizienten Nutzung aller Nährstoffe liegt.
Alle Ergebnisse des Projektes stehen im Endbericht des Projektes unter „Mehr dazu“.
Kosten
Die Kosten für das gesamte Projekt, die vom Ministerium laut Projektantrag übernommen werden, belaufen sich auf ca. 36.000 Euro.
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