Epitrix-Arten in Luxemburg

Das Projekt basiert auf einer umfassenden Kombination aus historischen, musealen und aktuellen Monitoring-Daten, um das Auftreten und die Verbreitung von Epitrix-Arten in Luxemburg zu erfassen.
© Adobe Stock

Projektziel

Die Untersuchung hatte zum Ziel, das Vorkommen und die Verbreitung von Epitrix-Arten in Luxemburg zu erfassen. Dabei sollte geklärt werden, welche Arten im Land vorkommen, wie sie verteilt sind und ob regulierte/quarantänepflichtige Arten auftreten. Besonders im Fokus stand dabei die nationale Kartoffel-Flohkäfer-Überwachung.

Beschreibung

Das Projekt basiert auf einer umfassenden Kombination aus historischen, musealen und aktuellen Monitoring-Daten, um das Auftreten und die Verbreitung von Epitrix-Arten in Luxemburg zu erfassen. Dazu wurden zunächst Museumssammlungen und Literaturquellen ausgewertet, um frühere Nachweise zu dokumentieren. Parallel dazu führt das Nationalmuseum für Naturgeschichte jährliche Bestandsaufnahmen der nationalen Insektenpopulation in Biotopen und Grünflächen durch, bei denen Epitrix-Arten mittels Kescherfang und mikroskopischer Bestimmung erfasst werden. Seit 2013 wird die bestehende Datengrundlage durch systematische Kontrollen der ASTA ergänzt. Während der Vegetationsperiode werden sowohl Pflanzkartoffelflächen als auch ein Teil der Speisekartoffelproduktion regelmäßig auf typische Fraßschäden an Blättern und Knollen überprüft. Zusätzlich analysiert das Labor jedes Jahr umfangreiche Proben von nationalen und importierten Kartoffelknollen, um mögliche Larvenschäden festzustellen. Im Jahr 2024 wurde das Monitoring durch wöchentliche Klebefallenfänge in fünf Zuckerrübenfeldern erweitert, um das Vorkommen der Arten in weiteren Agrarlandschaften zu erfassen. Insgesamt verknüpft das Projekt damit historische Daten, Feldbeobachtungen und gezielte phytosanitäre Kontrollen zu einem landesweiten, mehrschichtigen Überwachungssystem.

Dauer

Das Projekt basiert auf langfristigem Monitoring, das mehrere Datenquellen umfasst:

  • Museum- und Literaturdaten: Nachweise seit vor 1890
  • MNHNL-Insekteninventuren
  • Offizielle Kartoffelkontrollen: jährlich seit 2013
  • Zusätzliches Fallenmonitoring: 2024

Projektträger

  • Dienststelle Phytopathologie, ASTA Strassen, Luxemburg

Partner

  • Nationalmuseum für Naturgeschichte (MNHNL), Luxemburg
  • Earth and Life Institute, UCLouvain, Belgien

Resultate

In Luxemburg konnten zwei autochthone Arten nachgewiesen werden (insgesamt 4 autochthone Arten in Europa):

  1. Epitrix pubescens (häufig und weit verbreitet) - E. pubescens ist die deutlich häufigere und landesweit verbreitete Art, deren Nachweise bis vor 1890 zurückreichen (Museumsexemplar aus Mamer). Zwischen 2001 und 2024 wurden 103 Beobachtungen dokumentiert, wobei die meisten Funde nur wenige Individuen umfassten. In den letzten Jahren sind die Fundzahlen rückläufig, was auf eine abnehmende Population hindeutet.
  2. Epitrix atropae (selten, mit nur sporadischen Funden bis 2020)E. atropae wurde nur selten und unregelmäßig nachgewiesen, zuletzt im Jahr 2020.

Es konnten keine der EU-regulierten/quarantänepflichtigen Arten in Luxemburg nachgewiesen werden (E. cucumeris, E. papa, E. subcrinita, E. tuberis).

Die umfassenden jährlichen Kontrollen an Kartoffelpflanzen und -knollen seit 2013 sowie das ergänzende Fallenmonitoring im Jahr 2024 ergaben keine Nachweise der in der EU regulierten, quarantänepflichtigen Epitrix-Arten (E. cucumeris, E. papa, E. subcrinita, E. tuberis). Damit bestätigt das Projekt, dass Luxemburg bislang frei von diesen wirtschaftlich bedeutenden Schädlingen ist.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung kontinuierlicher Überwachung, um sowohl die Biodiversität zu dokumentieren als auch potenzielle Risiken für die Landwirtschaft frühzeitig zu erkennen.

Zum letzten Mal aktualisiert am