PIWI 4

Pflanzenschutzbedarf, Kosten und Leistungen von pilzwiderstandsfähigen (PIWI) Rebsorten

PIWI4: Pflanzenschutzbedarf, Kosten, Leistungen und sensorische Eigenschaften der Weine von pilzwiderstandsfähigen (PIWI) Rebsorten unter den Anbaubedingungen Luxemburgs

Zu den wirksamsten und kostengünstigsten Methoden des vorbeugenden Pflanzenschutzes zählt der Anbau von Sorten mit geringer Anfälligkeit.
© Kristina Heilemann (LIST)

Projektziel

Es ist das Ziel des Projektes, die im Versuchsweinberg des Institut Viti-Vinicole verfügbaren PIWI-Sorten (aktuell 20 Stück) in vier Dimensionen (daher das Acronym „PIWI4“), nämlich (1) agronomisch, (2) wirtschaftlich (3) ökologisch und (4) sensorisch zu charakterisieren, um Chancen und Risiken eines Anbaus in größerem Umfang abschätzen zu können. Weiterhin soll die Überwachung des Vektors der Goldgelben Vergilbung aufgrund der Nähe jüngster Funde auf den Erreger selbst ausgedehnt werden. 

Beschreibung

Durch den dauerhaften Charakter der Weinkultur können einige sehr wirksame Methoden des vorbeugenden Pflanzenschutzes, wie sie dem Ackerbau zur Verfügung stehen, im Weinbau kaum genutzt werden. Dazu zählen zum Beispiel Fruchtfolgen und wendende Bodenbearbeitung. Durch die eingeschränkten Handlungsoptionen ist der Pflanzenschutz im Weinbau nach wie vor eine große Herausforderung. Zu den wirksamsten und kostengünstigsten Methoden des vorbeugenden Pflanzenschutzes zählt der Anbau von Sorten mit geringer Anfälligkeit gegenüber den am häufigsten auftretenden Schaderregern. In feuchten Regionen gefährden insbesondere Schadpilze die Pflanzenbestände, so dass die Entwicklung von pilzwiderstandsfähigen Sorten (PIWIs) als Meilenstein für den Weinbau betrachtet werden kann. PIWIs tragen mehrere Resistenzgene und weisen eine verringerte Anfälligkeit gegenüber Schadpilzen auf, sind jedoch nicht vollständig immun, so dass sie weniger Pflanzenschutz(mittel) brauchen als traditionelle Sorten. Weiterhin bestimmen nicht nur Resistenzgene den Grad der Toleranz, sondern auch pflanzenbauliche Eigenschaften wie z.B. die Traubenstruktur und Dicke der Beerenhaut. Durch ihren geringen Bedarf an Pflanzenschutz(mitteln) wird ein möglicher Beitrag von PIWIs zur Reduzierung klimaschädlicher Emissionen z. B. durch Einsparungen auf der Ebene der Herstellung von Pflanzenschutzmitteln diskutiert. Eine gewisse Skepsis bezüglich der Weinqualität sowie der Verkäuflichkeit von PIWI-Weinen insbesondere an Kundenkreise, die gewohnt sind Wein nach Sortennamen kaufen, ist verbreitet. Im Rahmen des Projektes ist vorgesehen:

  1. den Pflanzenschutzbedarf von PIWIs im Vergleich zu ausgewählten traditionellen Sorten unter den Anbaubedingungen Luxemburgs zu bestimmen,
  2. Kosten und Nutzen des Anbaus von PIWIs inklusive der Umweltauswirkungen abzuschätzen,
  3. die PIWI-Informationsplattform für Winzer, Weintouristen und Weinkunden um drei neue weiße und drei neue rote PIWI-Sorten sowie um die Ergebnisse der sensorischen Analyse reiner PIWI-Weine zu erweitern,
  4. die Schädlinge Drosophila suzukii (Kirschessigfliege), Scaphoideus titanus (Amerikanische Rebzikade) und den Erreger der Goldgelben Vergilbung, der von der Amerikanischen Rebzikade übertragen wird, zu überwachen.

Dauer

2026-2029

Projektträger

Partner

Resultate

Als Resultat des Projektes wird die PIWI-Informationsplattform erweitert, die für jede aktuell am IVV vorhandene PIWI-Sorte Chancen und Risiken ihres Anbaus für Winzer sowie ausgewählte Sorteninformationen und Verkostungsmöglichkeiten für Weintouristen, Weinhändler und Endverbraucher bereitstellt.

Ergebnisse sensorischer Analysen werden voraussichtlich in den Jahren 2028 und 2029 veröffentlicht. Ausgewählte Ergebnisse des Projektes werden unter „Mehr dazu“ (siehe unten) zur Verfügung gestellt.

Ergebnisse des vorherigen PIWI3-Projektes können unter „Mehr dazu“ eingesehen werden.

Kosten

Die Kosten für das gesamte Projekt, die vom Landwirtschaftsministerium laut Projektantrag übernommen werden, belaufen sich auf maximal 506.399 Euro.

PIWI-Informationsplattform

Zum letzten Mal aktualisiert am