Kein Einfallstor für die Vogelgrippe

Tiere

#NoBirdFlu-Kampagne: Einfache Maßnahmen zum Schutz vor der Vogelgrippe

Tiere

Mit einfachen, proaktiven Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich verringern, dass das Virus in Geflügelbetriebe eingeschleppt wird oder sich dort ausbreitet.
© Adobe Stock

Die Vogelgrippe (aviäre Influenza) ist eine hochansteckende Viruserkrankung, von der vor allem Geflügel und wildlebende Wasservögel betroffen sind. Ausbrüche der Vogelgrippe können Geflügelpopulationen dezimieren, Lieferketten unterbrechen und die Existenzgrundlage von Landwirten gefährden. Auch für Menschen können solche Ausbrüche gesundheitliche Folgen haben.

In Europa steigt die Zahl der Vogelgrippefälle im Winter in der Regel an, wenn Zugvögel durch Europa ziehen und sich in größeren Gruppen sammeln. Diese Vögel können mit Geflügel in Kontakt kommen und es mit dem Virus anstecken. Zwischen Oktober 2025 und Juni 2026 wurden in Europa fast 8 000 Ausbrüche festgestellt. Bei Wildvögeln wurden viermal so viele Fälle nachgewiesen wie im vorangegangenen Winter. In Geflügelhaltungsbetrieben gingen die meisten Infektionen auf indirekten Kontakt mit Wildvögeln zurück. Dies zeigt, wie wichtig konsequente Biosicherheitsmaßnahmen sind, um die Einschleppung durch Wildvögel und die Ausbreitung von Betrieb zu Betrieb einzudämmen.

Die gute Nachricht ist: Mit einfachen, proaktiven Maßnahmen lässt sich das Risiko deutlich verringern, dass das Virus in Geflügelbetriebe eingeschleppt wird oder sich dort ausbreitet. Diese Maßnahmen sind nicht nur für Landwirte relevant, sondern für alle Personen, die in Geflügelhaltungsbetrieben arbeiten oder diese betreten, darunter Arbeitskräfte, Lieferanten oder sonstige Besucher.

Um das Bewusstsein für diese Maßnahmen zu schärfen, führen die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) und die Europäische Kommission in diesem Herbst gemeinsam eine Kampagne durch, die sich an Landwirte und Personen richtet, die mit Geflügel zu tun haben. Durch die Einhaltung dieser einfachen Vorsichtsmaßnahmen tragen sie zum Schutz der Gesundheit von Menschen und Tieren sowie zur Sicherung einer stabilen Lebensmittelproduktion bei. Gleichzeitig können Auswirkungen auf den Handel möglichst gering gehalten werden.

5 Schritte gegen Vogelgrippe #NoBirdFlu

1. Zugangskontrolle

  • Lassen Sie Personen, Fahrzeuge, Werkzeuge und Kisten nur dann auf den Betrieb, wenn dies notwendig ist.
  • Tragen Sie stets saubere Kleidung und waschen Sie Ihre Hände und reinigen Sie Ihre Schuhe, wenn Sie den Betrieb betreten.
  • Wenden Sie Desinfektionsmaßnahmen bei allen Personen und Gegenständen an, die auf den Betrieb gelangen, insbesondere wenn diese vor Kurzem mit Geflügel, Geflügelabfällen oder Wildvögeln in Kontakt waren. 

2. Vollständige Reinigung

  • Reinigen und desinfizieren Sie regelmäßig alle Einrichtungen, insbesondere nach jedem Produktionszyklus.
  • Trennen Sie im Betrieb klar die „sauberen“ (Kontakt mit Tieren) von den „verschmutzten“ Bereichen (Kontakt mit Außenbereichen).
  • Sorgen Sie dafür, dass das Futter nicht verunreinigt wird, und stellen Sie Ihrem Bestand frisches, sauberes Trinkwasser zur Verfügung.

3. Kein Platz für Wildvögel

  • Sorgen Sie in den Haltungsbereichen für feste Dächer, dichte Wände und sichere Zäune.
  • Halten Sie das Futter der einzelnen Geflügelbestände getrennt, und sorgen Sie dafür, dass es in der Nähe des Betriebs kein stehendes Wasser gibt.
  • Schützen Sie die Außenbereiche mit Netzen oder Drahtumzäunungen und prüfen Sie diese regelmäßig auf Löcher und Lücken. Auch Vorrichtungen oder Mittel zur Vogelabwehr können helfen, Wildvögel fernzuhalten.

4. Eine Art, ein Stall

  • Verschiedene Geflügelarten – wie Hühner, Enten und Puten – sollten getrennt voneinander gehalten werden, um die Ausbreitung von Krankheiten zwischen den Arten zu vermeiden. 

5. Anzeichen erkennen

  • Wenn Sie etwas Ungewöhnliches an Ihrem Bestand bemerken – etwa eine verminderte Futter- oder Wasseraufnahme, plötzliche Todesfälle oder andere Anzeichen einer Krankheit, vor allem Atemwegssymptome –, isolieren Sie die erkrankten Tiere und wenden Sie sich umgehend an Ihren Tierarzt oder die zuständige Veterinärbehörde.
  • Je schneller Sie handeln, desto größer ist die Chance, einen schweren Ausbruch der Vogelgrippe zu verhindern und sich sowie andere Herden in der Nähe zu schützen.

Zum letzten Mal aktualisiert am